Autofinanzierung - alle Fakten im Überblick



Inhalt:

  • Entscheidung für den Autokauf: Wenn das Herz das Auto schon will, muss der Kopf kühl rechnen
  • Was es zu beachten gilt: Ein Autokredit ist nur die halbe Miete
  • So lässt sich ein Auto bezahlen: Es geht an die Finanzierung
  • Viele Wege zum neuen Auto: Licht ins Dunkel der Finanzierungsoptionen
  • Der passende Autokredit: Verschiedene Finanzierungsoptionen für unterschiedliche Personen
  • Checkbox: Das braucht's für eine Autofinanzierung (Privatkäufer)
  • Stichwortverzeichnis: Wichtige Begriffe rund um das Thema Autofinanzierung

Ein Autokauf war wohl noch nie so einfach wie heute – und die vielen verschiedenen Finanzierungs­ und Leasingoptionen ihn noch attraktiver. Für jeden ist scheinbar das richtige Bezahlmodell dabei, um sich das Traumauto leisten zu können. Was es dabei zu beachten gilt und welche Fallstricke lauern können,deckt dieser Ratgeber auf. Zusätzlich wird es eine Checkbox geben, die viele Hinweise auf versteckte Kosten gibt.

Autokredit vs. Leasing: Was ist günstiger?



Wenn das Herz das Auto schon will, muss der Kopf kühl rechnen

Die Ausstattung und Farbe passen, der Motor läuft rund. Getriebe und Achsen versprühen keine Schmierstoffe und auch vom Rost wurde es verschont. Selbst innen befindet sich der Wunschkandidat in einem unnachahmlichen Zustand – dann wird es Zeit, über das Geld zu reden. Ist eine Barzahlung oder Leasing möglich oder muss ein günstiger Autokredit her?

Ein Autokredit ist nur die halbe Miete

Unterschiedliche Autofinanzierungsmodelle können in Betracht gezogen werden. Ihre Wahl beschränkt sich nicht einfach nur auf die scheinbar logische Antwort: „Kann ich mir leisten“ oder „Kann ich mir gerade so leisten“. Hier gilt es viele Feinheiten zu beachten, so z.B. bei einem Autokredit:

  • die Anzahlung
  • die monatliche Belastung
  • die Dauer der Finanzierung
  • die Zinsen des Autokredits
  • die Schlussrate

Zusätzlich verursacht ein Auto laufende Kosten, die mit in die Überlegung einfließen müssen. Hier liegt ein Fehlerschwerpunkt vieler „schöngerechneten“ Finanzierungen: Die Rate des Autokredits bzw. die Leasingrate kann zwar beglichen werden – kommt es aber zu einem unvorhergesehenen Werkstattbesuch, zerstören die ungeplanten Kosten den Wunsch vom Auto ganz schnell. Diese Faktoren sollten Sie daher unbedingt bedenken:

  • Restwert für einen möglichen Wiederverkauf
  • der Aufwand an Pflege zum Werterhalt (z.B. Waschen und Saugen)
  • die Einhaltung der Wartungsintervalle (z.B. Öl- und Luftfilterwechsel
  • Reparaturen außerhalb der vorgeschriebenen Wartungsintervalle (z.B. Windschutzscheibe nach einem Steinschlag ersetzen)
  • die Kosten für notwendiges Zubehör wie Winterreifen oder Waschmittelzusatz
  • Steuern
  • Versicherung
  • realistische Kraftstoffkosten (Beim Verbrauch nicht dem NEFZ-Wert vertrauen!)
  • Kosten für die Anmeldung des neuen Autos
  • mögliche Mitgliedsbeiträge z.B. für den ADAC oder anderen Automobilclubs
  • Servicebeiträge* für das „Infotainment“ des neuen Autos
  • mögliche Mobilfunkbeiträge* für das „Infotainment“ des Neuwagens

(*Erläuterung zu den letzten beiden Punkten: z. B. bieten BMW, Mercedes-­Benz oder Audi Navigationssysteme mit Medienwiedergabefunktionen an, sog „Infotainment“ ­Systeme, bei deren Nutzung Mobilfunkgebühren anfallen können. Die Aufschlüsselung der Kosten kann beim Händler erfragt werden)


Nicht jeder Berater fasst die Folgekosten eines Autos als Teil der Autofinanzierung auf. Doch hier können viele unvorhergesehene Kosten anfallen, die dann letztlich auch den Autokredit oder den Leasingvertrag gefährden. Wer nicht das erste Mal ein Auto über eine Finanzierung kauft, wird sich dieser Punkte bewusst sein und mit mehr Hintergrundwissen und Erfahrungsschätzen an eine Autofinanzierung herantreten.

Zusammenfassend hilft als Berechnungsgrundlage bei einer klassischen Autofinanzierung diese Gleichung:

   ANZAHLUNG
+ MONATLICHE RATE (inkl. Zinsen)
+ MONATLICHE BETRIEBSKOSTEN (Wartung & Pflege)
+ MONATLICHE FIXKOSTEN (Steuer & Versicherung)
+ WERTVERLUST
+ SCHLUSSRATE
= KOSTEN FÜR EIN AUTO

Eine gute Übersicht über die tatsächlichen Kosten, die ein Auto verursacht, bietet der ADAC in jedem Modelltest an. So belaufen sich z. B. die Kosten für den BMW X2 20d xDrive, bei 4 Jahren Haltedauer und 15.000 Kilometern im Jahr, auf knapp 800 Euro monatlich.



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Es geht an die Finanzierung

Ist die Entscheidung für den Autokauf erst einmal gefallen, sind für die Frage nach der Finanzierbarkeit folgende Punkte entscheidend. Sie geben Aufschluss darüber, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Welche Vorbereitungen brauche ich für den Autokredit­Antrag?

Einen Gehaltsnachweis sowie eine Bestätigung über einen unbefristetes Angestelltenverhältnis sollten Sie für den Antrag bereithalten. Achtung: Innerhalb der Probezeit kann die Kreditwürdigkeit eingeschränkt sein. Kleinere Autohändler bestehen zudem häufig auf eine Schufa ­Auskunft. Die Zahlungsfähigkeit lässt über eine direkte Anfrage bei der Schufa klären.
Obligatorisch für den Kredit­-Antrag sind ein fester Wohnsitz und eine Kontoverbindung. Bei der Anmeldung und Überführung fallen außerdem Kosten an, die mit in die Planung gehören. Diese sind nicht bundeseinheitlich geregelt und richten sich danach, ob es sich um einen Neu oder Gebrauchtwagen handelt. Mit mindestens 25 Euro muss kalkuliert werden, hinzu kommen Gebühren für die Schilder in Höhe von 20­30 Euro.

Welches Finanzierungsmodell eignet sich für mich am ehesten

Diese Frage hängt nicht allein vom Budget ab, das für den Autokauf zur Verfügung steht. Soll das Auto am Ende der Laufzeit in den eigenen Besitz übergehen, ist ein Finanzierungsmodell die richtige Wahl. Dieses setzt sich aus der monatlichen Rate sowie der Anzahlung und Schlussrate zusammen. Jeder Teil muss getilgt werden. Einer geringen monatlichen Belastung steht in der Regel eine hohe Schlussrate gegenüber, die aber auch mit dem Fahrzeugwert gegengerechnet werden kann. Beim Leasing geht das Auto am Ende der Vertragslaufzeit an den Hersteller zurück. Es besteht zudem die Option einer Anschlussfinanzierung oder eines Barkaufs nach der festgelegten Vertragslaufzeit. Während dieser bleibt das Fahrzeug im Besitz des Herstellers bzw. der Leasinggesellschaft.

Welche Angaben und Hintergründe werden bei einer Autofinanzierung überprüft?

Grundsätzlich werden vor allem die Solvenz und die Kreditwürdigkeit überprüft. Wer über ein geregeltes Einkommen verfügt und keinerlei Pfändungen oder ähnliche Zwangsabgaben bestreiten muss, kann in der Regel mit einer positiven Entscheidung für einen Autokredit rechnen. Der aktuelle Arbeitgeber und das Einkommen aus selbstständiger Arbeit werden überprüft und die Angaben auf Wahrheitsgehalt abgeglichen. Regelmäßig bezahlte laufende Kredite und das Begleichen der Lebenshaltungskosten (Miete, Telefonrechnung, usw.) wirken sich positiv auf den Schufa­Score aus. Dieser wird auch bei der Vergabe eines Autokredits zurate gezogen.

Wie funktioniert das vorzeitige Ende einer Autofinanzierung?

Wer seinen Autokredit vor Ende der Laufzeit ablösen möchte, kann das in der Regel mit einer vorzeitigen Tilgung erledigen. Einige zinsgebundene Kredite schließen eine vorzeitige Ablösung allerdings aus. Wer mit dem Gedanken spielt, die Autofinanzierung vor dem geplanten Ende aufzulösen, muss im Kreditvertrag auf dieses Detail achten. Wenn Sie sich hierbei nicht sicher sind, finden Sie im Kreditberater den richtigen Ansprechpartner. Können die Kreditraten aus einer veränderten finanziellen Situation heraus nicht mehr bedient werden, ist eine Auflösung unumgänglich. In dem Fall wird der aktuelle Zeitwert des Autos gegen die noch ausstehende Kreditsumme gerechnet und eine Ablösesumme vorgeschlagen. Ausstehende Beträge müssen dann noch beglichen werden. In seltenen Fällen – bei hohem Zeitwert des Fahrzeugs – ist es sogar möglich, den entsprechenden Wert abzüglich der Ablösegebühren gutgeschrieben zu bekommen.

Das vorzeitige Ende einer Autofinanzierung sollte man daher nur in Betracht ziehen, wenn entweder das Geld zum Ablösen des Kredits angespart wurde oder die Raten finanzierbar sind. Ist Letzteres absehbar, muss die neue finanzielle Situation unbedingt dem Kreditgeber mitgeteilt werden. Hier gibt es Ratenversicherungen, die aber schon bei Vertragsunterzeichnung abgeschlossen sein müssen.

Gibt es eine Absicherung, sollten Raten einer Autofinanzierung nicht mehr bezahlt werden können?

Einige Hausbanken der Hersteller bieten eine Restschuldversicherung bzw. Ratenversicherung, z.B. bei Arbeitslosigkeit/Erwerbslosigkeit, an. Diese Versicherung kann für gewisse, vorher festgelegte Zeiträume die monatlichen Raten übernehmen. Ist der Kreditnehmer wieder solvent, überträgt sich die Tilgung auf ihn. Auch ein Leasingvertrag ist absicherbar, um auch während einer Erwerbslosigkeit mobil zu bleiben. Allerdings verursacht eine Ratenabsicherung gewisse Kosten, die der monatlichen Tilgung aufgeschlagen werden. Wenn Sie sich in einem unsicheren Beschäftigungsverhältnis befinden, empfiehlt es sich, eine solche Absicherung hinzuzubuchen.

Wer ist bei einem finanzierten Auto der Eigentümer?

Der Kreditgeber bleibt bis zum Begleichen der vollen Kreditsumme Eigentümer der Sache, der Kreditnehmer ist Besitzer. Bei einer Autofinanzierung steht also die Bank bzw. der Hersteller als Eigentümer im Kaufvertrag. Beim Privat­ und Geschäftskundenleasing verhält es sich ähnlich. Auch hier ist der Ratenempfänger Eigentümer. In allen Fällen wirkt sich das aber nicht auf die Verantwortlichkeit als Fahrzeughalter aus. Als Halter ist der Kreditnehmer bzw. der Leasingnehmer für den Betrieb des Autos zuständig. Steuern und Versicherungen sowie Wartung und sonstige Unterhaltskosten gehen zulasten des Besitzers. Es gibt allerdings Ausnahmen und besondere Angebote verschiedener Hersteller: So bieten u.a. Ford­, BMW­ oder Volkswagen-Autohäuser Finanzierungsmodelle mit kostenfreier Wartung in den ersten drei Jahren an. Doch Achtung: Verschleißteile sind hier oft nicht mitberücksichtigt.

Können andere für meine Autofinanzierung bürgen?

Wie bei der Beantragung eines Verbraucherkredits, z.B. für den Hausbau, kann auch bei einem Autokredit ein zweiter Kreditnehmer als Bürge angegeben werden. So hat der Kreditgeber im Fall der Fälle zwei oder mehr Ansprechpartner für die Tilgung der Summe. Kommt die Autofinanzierung nur durch weitere Bürgen zustande, wirkt sich dies oft negativ auf die Zinsen aus – diese fallen dann oft höher aus.

Wie lange dauert eigentlich eine Autofinanzierung?

Eine Autofinanzierung dauert so lange, bis die Kaufsumme inklusive der angefallenen Zinsen abgezahlt ist. Dabei spielt der Wertverlust des Autos keine Rolle. Über den ADAC-Autokreditrechner lässt sich die Belastung exakt ermitteln. Eine Beispielrechnung:

Ausgangsbasis:
Barpreis des Autos nach Verhandlungen und mit Rabatt: 29.500,-­ €
- Anzahlung (Eigenkapital): 7.500,-­ €
= Finanzierungsbedarf: 22.000,­ €

Wunschtilgung:
mögliche monatliche Rate: maximal 400,-­ €
maximale Laufzeit: 60 Monate

Daraus ergibt sich:
Effektiver Jahreszins: 3,53 %
Gesamtfahrzeugkosten: 31.500,­€

Ich brauche das Auto beruflich – kann ich die Raten von der Steuer absetzen?

Als Privatkäufer besteht bei der Steuererklärung lediglich die Möglichkeit, die übliche Kilometerpauschale abzurechnen. Die Kreditraten selbst können nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden. Anders verhält es sich bei Geschäftsleasing oder Firmenwagen. Beim Geschäftskundenleasing können die Mehrwertsteuer des Fahrzeugs sowie die Kosten für das Auto als Werbungskosten abgesetzt werden. So wird der Gewinn des Unternehmens gemindert. Ein
Firmen­ bzw. Dienstwagen gilt für den Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil und muss daher versteuert werden. Entweder geschieht das durch die sogenannte 1 %­Regelung oder das Führen eines Fahrtenbuches zur exakten Nachhaltung der privaten und dienstlichen Fahrten. Wer von seiner Firma einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommt, wird bei der Erstellung der Lohnabrechnung gesondert behandelt. Zusätzlich zum eigentlichen Bruttogehalt tauchen dann die Gesamtkosten für die Fahrzeugnutzung auf dem Lohnzettel auf. Das ist 1 % des auf volle einhundert Euro abgerundeten Bruttolistenpreises (BLP) des Autos zuzüglich 0,03 % des BLP pro Kilometer für den Weg zur Arbeitsstätte. Eventuell abgezogen werden pauschal versteuerte Fahrtkosten durch den Arbeitgeber und/oder einer privaten Kostenbeteiligung. Bei der Nutzung eines Dienstwagens entscheidet also nicht die monatliche Belastung für die Firma (Leasing), wie hoch die Steuer auf diesen geldwerten Vorteil ist, sondern der Bruttolistenpreis. Gleiches gilt, wenn der Arbeitgeber die Kosten für einen Mietwagen übernimmt – nicht der Mietpreis ist entscheidend, sondern der offizielle Preis bei Auslieferung an die Mietwagenfirma.

Wie funktioniert eine Autofinanzierung?

Eine Autofinanzierung wird dem Autokäufer als Option noch vor der Unterzeichnung des Kaufvertrages dargelegt. Beim Kauf eines Neuwagens geht die Abwicklung mit der jeweiligen Hausbank des Herstellers vonstatten. Beim Gebrauchtwagenkauf hat der Kunde breite Vergleichsmöglichkeiten auf diversen Vergleichsplattformen im Internet. Wer eine Autofinanzierung abschließt, weiß über seine finanzielle Situation Bescheid und kann absehen, welche Raten bedient werden können und ab welcher monatlichen Belastung es nicht mehr funktioniert. Wer sich im Autohaus beraten lässt, kann hier seine Finanzen offenlegen und zusammen mit dem Erfahrungsschatz des Verkäufers entscheiden, ob und wie eine Finanzierung Sinn macht. Die letzte Entscheidungsgewalt liegt aber beim Käufer. So sehr ein Autokauf auch etwas Besonderes ist: Wenn es um Finanzierungsfragen geht, muss der Kopf entscheiden und man auf Basis sachlicher Rechnungen überlegen, ob die Kaufsumme im Laufe der Kreditlaufzeit abgezahlt werden kann. „Schönrechnen“ birgt beim Autokauf Risiken. Eine niedrige monatliche Rate bringt nichts, wenn am Ende die Schlussrate jegliches Haushaltsbudget sprengt oder sie den prognostizierten Fahrzeugrestwert bei Weitem übersteigt.

Licht ins Dunkel der Finanzierungsoptionen

Die klassische Autofinanzierung klingt verlockend. Mit relativ niedrigen monatlichen Raten ein Auto abzahlen, das am Ende des Tilgungsplanes zum Eigentum wird. Doch nicht für jeden lohnt sich diese Weise der Abzahlung. Geschäftskundenleasing, Privatleasing, Leasing mit Kaufoption, Barkauf oder sogar mieten statt kaufen sind Optionen, die in Betracht gezogen werden können.
Insbesondere machen Überlassungs­ statt Kaufmodelle dann Sinn, wenn nach einem bestimmten Zeitraum das Fahrzeug wieder gewechselt werden soll.
Im Folgenden werden Optionen aufgelistet und Zielgruppen zugeordnet. Die Übersicht dient als weitere Orientierungshilfe beim Suchen und Finden der passenden Autofinanzierung in Kurzform.

Diese Finanzierungsarten und Nutzungsmodelle gibt es:

Typ Zahlweise Ziel
Autokredit Monatlich+Anzahlung Abzahlung+Eigentum
Autokredit mit Schlussrate Anzahlung+monatliche Rate+Schlussrate Abzahlung+Eigentum
Privatleasing Monatlich+Sonderzahlung  Nutzung
Leasing mit Anschlussfinanzierung Monatliche Leasingrate+Autokredit im Anschluss Nutzung+Eigentum
Geschäftskundenleasing  Monatlich Leasingrate Fahrzeugnutzung+Steuerlich geltend machen
Barkauf einmalig Eigentum
Miete mit Kaufoption Nach Rechnung Nutzung+Eigentum
Miete Nach Rechnung Nutzung
Überlassung Keine Zahlung Nutzung innerhalb einer Gemeinschaft, Halter zahlt
Carsharing Nach Rechnung Fahrtenbezogene Nutzung
Firmenwagen Versteuerung Geldwerter Vorteil Fahrzeugnutzung zu kalkullierbaren Kosten+Steuerlich geltend machen (Aus Sicht der Firma)

Voraussetzungen für eine Finanzierung:

  • regelmäßiges und ausreichendes Einkommen
  • Leisten der Anzahlung und Schlussrate
  • absehbar unbefristetes Angestelltenverhältnis
  • positive Schufa­Auskunft bzw. Kreditwürdigkeit
  • keine Mahn­, Pfändungs­, oder Vollstreckungsverfahren
  • Aus persönlicher Perspektive: „Entspannte“ finanzielle Situation, um alle Eventualitäten für den Betrieb des Autos aufzufangen
  • Kontoverbindung und fester Wohnsitz

Zielgruppen: verschiedene Finanzierungen für unterschiedliche Personen

Autofinanzierung als Rentner

Wer als Rentner ein Auto kaufen möchte, wird mit offenen Armen bei den Autohändlern empfangen. Ein geregeltes Einkommen und die Möglichkeit, eine größere Summe in ein Auto zu investieren, lassen die Zinsen der Autokredite purzeln. Außerdem spielt dieser Zielgruppe in die Karten, dass sie in der Regel eine saubere Kredithistorie aufweisen können. Das Eigenheim ist abbezahlt, Versicherungen für die private Altersvorsorge zahlen sich nun aus und die Kinder sind längst aus dem Haus. Wer also nicht die ganze Summe aus der Lebensversicherung in ein Auto stecken möchte, kann bei einem günstigen Zinsniveau und den hohen Rabatten der Hersteller einen Autokredit in Anspruch nehmen.
Tipp: Beim Barkauf kann die Summe oftmals noch verhandelwerden. Der Wertverlust beim Kauf eines Neuwagens drückt sowohl bei einer Finanzierung als auch beim Barkauf auf die Gesamtrechnung.

Autofinanzierung für Studenten und Auszubildende

Auch für Studenten oder Auszubildende sind Autokredite möglich. Dass ein entsprechendes Einkommen aus Nebentätigkeiten gegeben sein muss, liegt auf der Hand – kein Einkommen, kein Kredit. Nach dem Beschaffungswert des Fahrzeugs richtet sich auch die Kreditsumme, deren monatliche Tilgung letztlich über die gesamte Kreditlaufzeit geleistet werden muss. Aufgrund des höheren Risikos der Zielgruppe bei der Zahlungsmoral können bei Vertragsabschluss entsprechend angepasste Zinssätze anfallen und so die Gesamttilgungssumme anheben. Hier ist es ratsam, einen möglichst kleinen Kredit zu wählen. Überzeugungsarbeit kann außerdem ein hoher Anteil an Eigenkapital leisten.

Autofinanzierung für Empfänger von Arbeitslosengeld 2 (Hartz IV)

Auch Empfänger von ALG 2, im Volksmund unter Hartz IV bekannt, dürfen mobil bleiben. Nach Ermessen des jeweiligen Amtes ist es erlaubt ein Fahrzeug zu halten, das ins geringe Budget passt.
Schlecht sieht es hingegen bei der Freigabe von Krediten aus. In der Regel werden Anträge bei den Banken abgelehnt. Die Vermutung der Institute lautet: Wer nicht mehr als 500 € im Monat für die
Lebenshaltungskosten aufbringen kann, wird schwer einen zusätzlichen Kredit stemmen können.

Autofinanzierung für Freiberufler

Wer selbstständig ist und ohnehin mobil bleiben muss, kann sein Auto auch zur privaten Nutzung
geschäftlich leasen oder bei Bedarf über einen Kredit kaufen. Die Mehrwertsteuer lässt sich steuerlich absetzen und Kraftstoffkosten werden mit einer Kilometerpauschale von 30 Cent angerechnet. Wird das Auto zu mehr als 50 % der Fahrten beruflich genutzt, gilt es als Betriebsvermögen. Der Vorteil: Auch Wartungskosten und Versicherung können bei der Steuererklärung geltend gemacht werden. Die Voraussetzung hierfür ist die Führung eines Fahrtenbuches. Hier kann formlos angegeben werden, welchen Zweck die Fahrt hatte, wie lange
sie dauerte, wie viele Kilometer gefahren und welche Kosten durch Kraftstoff verursacht wurden.

Neuwagenleasing für Firmen und Gewerbetreibende

Besonders interessant für Gewerbetreibende ist das Geschäftskundenleasing. Wer sich einmal die
Angebote der einzelnen Hersteller genauer ansieht, wird feststellen, wie günstig die monatlichen Raten für vergleichsweise große Autos im Vergleich zum privaten Leasing sein können. Die hohe Kaufsumme, die normalerweise ein Neuwagen veranschlagt, wird von der Hausbank des Leasinggebers übernommen. Sie taucht daher nicht in der Buchführung des eigenen Unternehmens auf und wirkt sich somit auch nicht auf die Kreditwürdigkeit aus. Grundsätzlich sollte aber jedem Leasingnehmer bewusst sein, dass ein Leasingvertrag eine Miete darstellt. Kommt es zum Ausfall der monatlichen Zahlungen, kann die Mietsache, in diesem Fall das Auto, zurückverlangt werden. Außerdem müssen die Klauseln des Leasingvertrages unbedingt eingehalten werden. Wer mehr Kilometer abspult als vereinbart, muss kräftig nachzahlen. Treten Schäden auf, haftet der Verursacher – auch wenn es nur Schönheitsfehler wie Kratzer oder kleine Dellen sind, schmälern sie den Wert des Fahrzeugs. Hierfür verlangen Leasinggeber normalerweise eine Ausgleichszahlung.

Privatkundenleasing für Berufstätige

Für manchen klingt es wie Musik: Alle zwei bis vier Jahre ein neues Auto zum Fixpreis fahren – warum eigentlich nicht? Die Raten sind überschaubar, die Anzahlung oder Leasingsonderzahlung machbar und vor der Haustür steht immer das neuste Modell. Teure Wartungen wie bei älteren Gebrauchten stehen nicht zur Debatte und der Wertverlust interessiert nicht. Autoleasing für Privatkunden bietet viele Vorteile, kann sich auf Dauer aber auch als Kostenfalle entpuppen. Die vertraglich vereinbarten Kilometer dürfen nicht überschritten werden, Zahlungen nicht ausfallen. Zudem können bei der Rückgabe Schäden moniert werden, die den Zeitwert des Fahrzeugs mindern. Eine pflegliche Behandlung des Mietobjekts ist daher oberstes Gebot – dann steht dem Privatleasing nichts im Wege.

Firmenwagen für Angestellte

Ein Großteil der in Deutschland zugelassenen Autos sind Firmenwagen. Speziell bei den großen und damit teuren Autos herrscht ein Geschäftskunden-­Anteil von mehr als 95 %. Wie machen die das? Als Notwendigkeit, um beruflich mobil zu sein oder als eine Art Bonus können Firmen ihren Angestellten einen Wagen zur Verfügung stellen. Sie werden entweder per Fahrtenbuch abgerechnet oder nach der 1 %­Regelung versteuert. Dabei wird der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs als Berechnungsgrundlage genommen und dem Bruttolohn des Arbeitnehmers aufgeschlagen. Damit taucht das Auto auf dem Gehaltszettel auf. Der Vorteil an diesem Modell liegt in der fast unbeschränkten Nutzbarkeit des Autos in Anbetracht der Kilometerleistung. Zusätzlich setzt die Firma die Kraftstoffkosten ab, der Mitarbeiter kann praktisch zum Fixpreis Auto fahren und es uneingeschränkt (bzw. nach Firmenvorgabe) privat nutzen.

Kreditvergleich für Privatkäufer und Barzahler

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Auto per Kredit zu finanzieren, kann zwei Wege beschreiten.
Erstens besteht die Möglichkeit, direkt beim Händler über die Hausbank des Herstellers einen Autokredit in Anspruch zu nehmen. Hier locken günstige Zinsen und die Abwicklung aus einer Hand. Zudem gelten die Abrechnungsmodelle als transparent. Ergeben sich im Laufe der Verhandlungen ungeahnte Spielräume für Rabatte, sollte als zweite Lösung bar gezahlt werden.
Manchmal lohnt sich auch ein Seitenblick auf externe Finanzierer: Kreditvergleiche im Internet suchen günstige Finanzierungen, die den Modalitäten der Herstellerbank oft in nichts nachstehen. So kann das Auto beim Händler direkt bar bezahlt und möglicherweise von einem hohen Rabatt profitiert werden. Egal, für welche der beiden Varianten Sie sich letzten Endes entscheiden:
Wichtig ist es, alle Bedingungen im Blick zu haben. Was passiert beispielsweise im Fall einer andauernden Krankheit oder bei Arbeitslosigkeit?

Mieten statt Kaufen: Der Mietwagen als Erstwagen

Wer sich nicht an ein Auto binden und immer mal wieder ein anderes Fabrikat oder andere Fahrzeugtypen fahren möchte, könnte sich Mietwagen näher ansehen. Bei den großen Autovermietungen sind die Fahrzeuge in der Regel nicht älter als ein halbes Jahr und haben eine
Laufleistung von unter 27.500 Kilometer. Ein weiterer Vorteil besteht in der kompletten Kostentransparenz. Anzahlungen oder Schlussraten gehören beim Mietwagen ebenso wenig ins Lastenheft und deshalb gibt es keine versteckten Kosten – etwa zeitige Reparaturen. Mit der Abrechnung des Mietwagens sind alle Kosten, abgesehen vom Kraftstoff, abgegolten. Als sogenannte Langzeitmiete über drei Monate oder noch längere Zeiträume können Mietwagen auch den Anspruch an einen Privat-­PKW erfüllen – ständige Verfügbarkeit ohne das wiederkehrende Zurückbringen zur Autovermietung. Bei Firmenkunden besteht der Vorteil darin, an jedem Ort ein Auto zur Verfügung zu haben und aus buchhalterischer Sicht die projektbezogene Abrechnungsmöglichkeit als Kostenfaktor. Der Nachteil liegt in der nicht gegebenen Individualisierbarkeit des Fahrzeugs. Wer ein Auto als persönliches Aushängeschild betrachtet, hat bei den Autovermietern schlechte Karten. Hier können lediglich Fahrzeuggruppen gebucht werden. Sich sein Auto zusammenzustellen oder es beim Händler auszusuchen, ist allerdings nicht möglich.

Checkbox: Das braucht's für eine Autofinanzierung (Privatkäufer)

Um einen glatten Ablauf beim Autokauf zu gewährleisten, braucht es gewisse Vorbereitungen. Diese Checkbox hilft, die wichtigsten Dokumente bereitzulegen und auf Fragen vorbereitet zu sein.

Was vor dem Kauf? Check   Was nach dem Kauf? Check
Kopie Arbeitsvertrag
(Wie lange schon beschäftigt)

Autoversicherung
Letzten 3 Gehaltsabrechnungen
Kennzeichen
Bei Selbstständigkeit: Einkommenssteuerbescheid
Termin Zulassungsstelle
Übersicht Lebensunterhaltungskosten (Miete; Essen; Freizeit...)
Wartungsinstrukzionen von der Werkstatt
Daraus: Budget für Finanzierung und Unterhalt des Autos
Saisonale Bereifung
Kontoverbindung
Zubehör
Schufa-Auskunft
Detaillierte Foto-Dokumentation des Autos inkl. aller kleinen Schäden (besonders bei Leasing!)
Ausweis+Ausweiskopien



Wichtige Begriffe rund um das Thema Autofinanzierung

Autokredit

Klassische Methode für den Erwerb eines Neu­ oder Gebrauchtwagen. Monatliche Raten addieren sich mit der Anzahlung und der Schlussrate zur Gesamttilgungssumme.

Leasing

Monatliche Mietabgabe zur Nutzung des Autos in einem festgelegten, längeren Zeitrahmen. Raten dienen nicht der Abzahlung des Kaufwertes, sondern als Sicherheit während der Nutzungszeit. Oft mit Leasingsonderzahlung verbunden. Händler bieten zum Teil auch attraktive Leasingverträge inklusive Wartung und Versicherung.

Anschlussfinanzierung

Wird dann nötig, wenn die Schlussrate nicht beglichen werden kann und das Auto nicht als Gegenwert an den Händler zurückgehen soll. Wenn der Zeitwert des Fahrzeugs zur Deckung der Schlussrate nicht ausreicht, kommt es ebenfalls zu einer Anschlussfinanzierung.

Neuwagen

Fabrikneues Auto mit einer Laufleistung von weniger als ca. 20 Kilometern (Werkstest) ohne eingetragenen Vorbesitzer mit einem Zeitwert nahe des Bruttolistenpreises. Kann bei Bestellung je nach Geschmack individuell konfiguriert werden.

Jahreswagen

Junger Gebrauchter mit wenigen (1-2) eingetragenen Vorbesitzern. Meist weisen diese Autos kaum Gebrauchsspuren auf, haben keinen Wartungsstau und sind trotzdem erheblich günstiger im Beschaffungswert als ein vergleichbarer Neuwagen. Häufig sind Jahreswagen Vorführer der Händler, Werkswagen und/oder Autos von Werksmitarbeitern oder deren Angehörigen.

Gebrauchtwagen

Autos mit einer erheblichen Laufleistung, die Wartungsarbeiten nach sich ziehen oder schon nach sich gezogen haben. Möglich sind mehrere eingetragene Vorbesitzer, die Historie sollte bei einem Kauf unbedingt transparent und ein vollständig ausgefülltes Serviceheft vorhanden sein. Oft stammen Gebrauchtwagen aus der vorherigen Generation oder sind noch älter – dafür stimmt hier aber natürlich der besonders günstige Preis.

Oldtimer

Oldtimer sind Autos, deren Datum der Erstzulassung mindestens 30 Jahre vor dem heutigen Tag liegt. Sie können einen Sammlerwert haben, der den damaligen Neuwert übersteigt – das ist aber stark modellabhängig. Wer Glück hat, findet einen älteren Gebrauchten („Youngtimer“), der das Zeug zum Klassiker hat und im Laufe der Zeit noch an Wert zulegt.

Mietwagen

Mietwagen für Endverbraucher sind Selbstfahrer­Vermietfahrzeuge und decken einen Teil der Spontanmobilität ab, die z. B. Geschäftsleute oder Reisende generieren. Sie benötigen für einen festgelegten kurzen Zeitraum ein Auto und begleichen lediglich Kosten für die „Ausleihe“. Wartung und sonstige Kosten sind bis auf den Kraftstoff mit dem Mietpreis abgegolten.

Laufzeit

Mit der Laufzeit ist im Kreditjargon die Zeit gemeint, die der Bezieher des Kredites benötigt, um diesen zurückzuzahlen. Bei Autokrediten beträgt die Laufzeit normalerweise zwischen 12 und 96 Monaten.

Zeitwert

Der Zeitwert eines Fahrzeugs beziffert den aktuellen Wert. Hier fließen Faktoren wie Wartungsstatus, Zustand und bei Oldtimern auch Seltenheitswert ein. Der Zeitwert kann durch ein Gutachten bestimmt werden, welches beim Verkauf valide Wertvorstellungen für Käufer und Verkäufer darlegt.

Beschaffungswert

Der Beschaffungswert eines Fahrzeugs ist der Wert in der entsprechenden Währung, die für den Kauf letztlich beglichen werden muss. Hier sind noch keine Zinsen eingerechnet, die bei der Tilgung eines Autokredites anfallen. Vom Bruttolistenpreis unterscheidet sich der Beschaffungswert dahin gehend, dass Rabatte und Zugaben (z. B. Winterreifen) eingerechnet sind.

Bruttolistenpreis

Der vom Hersteller veranschlagte Preis, der inklusive Mehrwertsteuer ohne Abzug verhandelter Rabatte bezahlt wird. Er ist außerdem Grundlage für die Besteuerung von Firmenwagen nach der 1%­Regelung.

Geldwerter Vorteil

Wenn Löhne nicht in der Landeswährung (z. B. Euro in Teilen der EU) ausbezahlt, sondern Sachgüter oder Dienstleistungen als Gegenleistung für eine Arbeit angeboten werden, muss deren Wert versteuert werden. Dies ist der Geldwerte-­Vorteil. Ein von der Firma zur freien Verfügung gestellter Dienstwagen kann ein solcher Vorteil sein.