Garantien für Neuwagen: Welcher Hersteller bietet am meisten?


Beim Autokauf sollten Sie neben Sicherheit und Qualität in Zukunft vermehrt auf die Garantieleistungen der Autohersteller und deren Bedingungen achten! Denn beim direkten Vergleich der Neuwagengarantien erkennt man deutlich sehr große Differenzen in den Garantieleistungen der verschiedenen Hersteller. Während japanische und koreanische Autohersteller ihren Kunden bis zu 7 Jahre Mängelgarantie versprechen, sind es bei den deutschen Markenherstellern meist nur zwei Jahre. Da das Fahrzeug einen bestenfalls über viele Jahre begleiten soll, lohnt sich ein Vergleich vor dem Neuwagenkauf.

Was ist eine Herstellergarantie und welche Unterschiede gibt es?

Grundsätzlich ist die Herstellergarantie immer abhängig von Marke und Modell. Da es sich bei ihr zudem um ein freiwilliges Angebot seitens der Hersteller handelt, versuchen Fahrzeughersteller mit Hilfe von Neuwagengarantien, Qualitätsversprechen für ihre Produkte zu geben. Gerade asiatische Autobauer wie Kia und Subaru versuchen sich gegenüber ihren direkten Konkurrenten einen Marktvorteil zu verschaffen, indem sie vergleichsweise lange Garantieleistungen gewähren.

Kia wirbt mit einer Garantie von 7 Jahren und einem Kilometerstand bis 150.000 Kilometer. Der Trend, sich mittels der Herstellergarantie einen Vorteil bei den Kunden zu verschafften, beschränkt sich derzeit vornehmlich auf die asiatischen Marken.

Neben Kia versucht auch der japanische Automobilhersteller Subaru Neuwagenkunden mit einer fünfjährigen Garantie und einer Gesamtlaufleistung von 160.000 Kilometern zu überzeugen.

Die Deutschen Markenhersteller, wie VW, BMW und Audi beschränken sich hingegen fast ausschließlich auf eine zweijährige Herstellergarantie.

Aber auch einige asiatische Automobilhersteller wie Toyota, Honda, Mitsubishi, Mazda, Suzuki und Nissan beschränken sich auf eine dreijährige Garantie oder auf eine Gesamtlaufleistung von rund 100.000 Kilometern. Hinzu kommen selbstverständlich noch einige optionale Zusatzversicherungen, die lange Garantien als eine Art Kundenbindungsmaßnahme anbieten und diese sogar oftmals noch kostenlos für einen gewissen Zeitraum verlängern. Die Mängelbehebung wird mit zunehmenden Fahrzeugalter von solchen Versicherungen jedoch oft nur noch anteilig übernommen. Vor Abschluss einer Zusatzversicherung lohnt sich ein ausführlicher Vergleich.

Bieten Garantieversprechen seitens der Hersteller wirklich nur Vorteile?

Im ersten Moment klingen die Garantieversprechen der Hersteller sehr vielversprechend. In der Realität sind diese jedoch mit vielen Einschränkungen verbunden und an viele Bedingungen geknüpft und lassen den Kunden bei einem Mangel häufig einfach hängen. Sollten nach dem Autokauf technische Probleme oder andere Mangel auftreten, werden diese ohne Kosten für den Kunden behoben. So jedenfalls die Annahme. Ob im Schadensfall überhaupt ein Mangel vorliegt, muss im Einzelfall geklärt werden. Besonders die so genannten Verschleißteile finden bei der Neuwagengarantie häufig nicht Berücksichtigung. Als Mangel anerkannt werden hingegen Schäden an Baugruppen mit eigentlich lang angelegter Laufleistung. Dazu zählen neben plötzliche Schäden am Fahrwerk, Getriebe oder Motor unter anderem die Scheinwerferanlage oder gewisse Innenraumfunktionen. Meist wird zudem der regelmäßige Besuch einer Vertragswerkstatt vorausgesetzt, um die Garantie aufrecht zu erhalten. Diese Vorgabe ist jedoch seit Sommer 2010 Vergangenheit. Das neue EU-Wettbewerbsrecht erlaubt im Rahmen der Neuwagengarantie den Verbrauchern die freie Werkstattwahl. Der Hersteller darf demnach nicht mehr verlangen, dass ein Auto ausschließlich in einer seiner Vertragswerkstätten gewartet wird. Aber Achtung! Diese Regelung gilt nicht bei der Garantie gegen Lack- oder Durchrostungsschutz. Das Recht auf Inanspruchnahme dieser Garantien besteht meist nur dann, wenn die Wartungen in einem bestimmten Zeitrhythmus und bei Vertragspartnern nach Herstellervorgaben durchgeführt wurden. Sie sollten daher eine Markenwerkstatt aufsuchen, wenn Sie dieses Problem vermeiden möchten.

Was ist der Unterschied zwischen einer Garantie und einer Gewährleistung?

Eine Neuwagen-Garantie ist im Gegensatz zur Gewährleistung eine freiwillige Zusatzleistung seitens der Hersteller und läuft meist parallel dazu. Eine Gewährleistung stellt immer eine Art Sachmängelhaftung dar, mit welcher der Gesetzgeber den Kunden und dessen Gewährleistungsansprüche gegenüber den Verkäufern absichert. Da die Sachmängelhaftung für zwei Jahre ab Neuwagenkauf vom Gesetzgeber vorgeschrieben ist, muss jeder Autohändler bzw. die Niederlassung diese erfüllen und das unabhängig von den in diesem Zeitraum zurückgelegten Kilometern. Bedeutet: Sollte ein Mangel nicht als solcher anerkannt werden, können Sie als Kunde Ihre Ansprüche während dieser Zeitspanne gesetzlich geltend machen. Des Weiteren gilt innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Autokauf die Beweislastumkehr, bei welcher der Händler belegen muss, dass der Mangel nicht bereits schon bei der Fahrzeugübergabe vorlag.