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ADAC Kindersitztest 2016: Nur zwei Modelle mangelhaft

Juni 2016, © autohaus24

Ein zentrales Kriterium beim Neuwagenkauf ist – zumindest für Familien – das Thema Kindersicherheit. Damit die Kleinen im Auto sicher unterwegs sind, kommt es neben relevanten Sicherheitsstandards auf die Kindersitze an.

ADAC Kindersitztest Mai 2016
ADAC Kindersitztest Mai 2016

Diese sollten den Kindern nicht nur Sicherheit bieten, sondern ebenfalls perfekt zur Körpergröße des Kindes passen. Der ADAC testete wie in den vorangegangen Jahren Kindersitze – insgesamt 26 verschiedene Modelle aus allen Gewichtsklassen. Acht geprüfte Kindersitze haben die neue „i-Size“ Zulassung nach ECE-R 129, der EU-Kindersitznorm. Die Prüfkriterien waren Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt. Die erfreuliche Nachricht: 17 der getesteten Sitze erhielten das ADAC-Urteil „gut“. Zwei Kindersitze konnten aufgrund der Sicherheitstests nur mit „mangelhaft“ bewertet werden, wobei einer dieser beiden Sitze auch noch negativ bei der Schadstoffprüfung auffiel.

 

Wie und was wurde getestet?

 

Im Rahmen der Tests führte der ADAC Frontal- und Seitenaufprallversuche mit einer Golf VII-Karosserie durch. Beim Seitenaufprall kommt in Anlehnung an die Kriterien der Verordnung ECE-R 129 eine eindringende Türe zum Einsatz. Da neben der neuen i-Size-Zulassung weiterhin Kindersitze mit der Zulassung nach ECE-R 44 erhältlich sind, die nicht zwingend als Zulassungskriterium einen Seitenaufprall überstehen müssen, hat der ADAC alle Produkte einheitlich in Anlehnung an die höheren Anforderungen der ECE-R 129 getestet. Auch die Schadstoffprüfung ist fester Bestandteil der Kindersitztests des ADAC. Neben Phthalaten und Farbstoffen wurden die Produkte unter anderem auf Schwermetalle, Flammschutzmittel und Phenolverbindungen hin untersucht.

 

Viele gute Sitze für Kinder erhältlich

 

Der ADAC Kindersitztest für 2016 zeigt, dass in allen Klassen viele Kindersitze für die sichere Autofahrt erhältlich sind. Der beste getestete Kindersitz im Jahr 2016 war das Modell KIDDY Evo-Luna i-Size (Isofix) in der Klasse von 45 cm bis 83 cm für einen Preis von etwa 450 Euro. Der Preis allein sagt aber nicht als einziger Faktor etwas über die Qualität eines Kindersitzes aus. Vielmehr lassen sich die Test-Ergebnisse des ADAC hervorragend als Vergleichsgrundlage bei der Wahl eines passenden Sitzes nutzen. Wie der ADAC selbst empfiehlt, sollte jeder Kindersitz vor dem Kauf im Fahrzeug probehalber getestet werden – am besten mit Kind.

 

Welche Kindersitze sind mangelhaft?

 

Eines der beiden mit „mangelhaft“ beurteilten Produkte ist der KIWY SF01 Q-Fix (für Kinder bis etwa 4 Jahre, bis 18kg). Er fiel bei den Aufprallversuchen durch ein erhöhtes Verletzungsrisiko beim Frontal- und ein hohes Verletzungsrisiko beim Seitenaufprall auf. Zusätzlich haben die Tester eine hohe Schadstoffkonzentration im Bezugsstoff festgestellt. Das zweite Modell mit dem Urteil „mangelhaft“ ist der beliebte KIDS EMBRACE Friendship in Batman-Optik (für Kinder bis 12 Jahre, 9 bis 36kg). Bei den Sicherheitstests wurde ein hohes Verletzungsrisiko beim Seitenaufprall festgestellt.

 

ISOFIX-Halterungen im Fahrzeugen

 

In Fahrzeugen sind ISOFIX-Halterungen zur Befestigung von Kindersitzen Standard. Mit dem neuen Standard i-Size nach der Norm ECE-R 129 werden neue ISOFIX-i-Size-Halterungen etabliert. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass sich ein Kindersitz auch auf dem jeweiligen Fahrzeugsitz sicher befestigen lässt. Immer mehr Automodelle wie beispielsweise der aktuelle Renault Mégane verfügen schon über die extra ausgewiesenen Halterungen. Angaben zu den Typenlisten der Fahrzeuge, die i-Size unterstützen, geben in der Regel die Hersteller der Kindersitze.