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Autobau: Immer leichtere Fahrzeuge durch Aluminium

Durch Aluminium im Autobau sollen Fahrzeuge effizienter werden.
Durch Aluminium im Autobau sollen Fahrzeuge effizienter werden.

Juli 2015, © autohaus24

Spätestens seit den 90er Jahren werden Autos immer schwerer. Grund dafür ist der enorme Zuwachs an Luxusausstattung und hilfreicher Sicherheitstechnik. Allerdings verbrauchen moderne Fahrzeuge deswegen auch wesentlich mehr Benzin als ihre Vorgänger. Ein moderner Golf 7 etwa wiegt fast doppelt so viel der Golf 1. Der Trend im Autobau geht deshalb eindeutig Richtung Aluminium. Aus dem leichten Material werden heute nicht nur Karosserien und Fahrwerke, sondern auch Teile des Motorblocks hergestellt und auch in Zukunft wird das Leichtmetall eine tragende Rolle für den Autobau spielen. Doch zahlt sich der Gewichtsverlust wirklich aus? So praktisch Aluminium auch sein mag, es gibt einige Aspekte, die gegen das Material sprechen.

 

Aluminium für den Autobau – so teuer ist die Herstellung

 

Für viele Autohersteller liegen die Vorteile von Aluminium klar auf der Hand: Das Leichtmetall lässt sich gut verarbeiten und vielseitig einsetzen. Die Herstellung von Aluminium für den Autobau ist allerdings mit hohen Kosten verbunden. Bei dem komplizierten Verfahren werden Aluminium-Hydroxide aus dem Rohmaterial Bauxit gelöst. Diese Hydroxide wiederum müssen erst erhitzt werden, bevor das fertige Aluminium durch eine energieaufwendige Elektrolyse gewonnen werden kann. Insgesamt entsteht dabei neunmal so viel CO2 wie bei der Herstellung von Stahl – und der Energieaufwand ist zehnmal so hoch. Aluminium ist also deutlich teurer als herkömmlicher Stahl. Dabei hat das Material, das im Autobau vor allem für Karosserien benutzt wird, noch einen entscheidenden Nachteil: Durch Unfälle entstehen schneller Schäden im Aluminium als in Stahl. Viele Versicherungen fordern deswegen sogar einen Aufschlag für Autos, in denen ein hoher Aluminium-Anteil verbaut wurde.

 

Grüner Autobau: Sind Fahrzeuge aus Aluminium wirklich effizienter?

 

Aluminium ist deshalb ein so wichtiger Bestandteil des Autobaus geworden, weil die Hersteller hofften, das geringere Gewicht könne den Benzinverbrauch reduzieren. Ob die Fahrzeuge dadurch auch automatisch umweltschonender sind, hängt davon ab, ob die Herstellungskosten für das Aluminium durch die Benzinersparnis aufgewogen werden. Entscheidend dafür ist, wie viel recyceltes Aluminium in den Fahrzeugen verbaut ist, denn recyceltes Aluminium ist deutlich günstiger in der Herstellung. Die gegenwärtige Nachfrage nach recyceltem Aluminium für den Autobau ist allerdings nur bis zu 25 Prozent gedeckt. Ein Großteil der Automobilhersteller ist deshalb gezwungen, auf das deutlich teurere Rohmaterial zurückzugreifen. Umweltschonend ist der Leichtbau also nicht unbedingt. Erst nach einer langen Fahrzeit werden die hohen Herstellungskosten durch den geringeren Benzinverbrauch kompensiert.