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BAFA-Zwischenbilanz zur Elektroauto-Prämie: Interesse gering

September 2016, © autohaus24

Seit diesem Jahr können Neuwagenkäufer die Elektroauto-Prämie in Anspruch nehmen. Durch diese werden Autokäufer mit bis zu 4.000 Euro beim Erwerb eines Elektrowagens unterstützt. Das Interesse für die Prämie ist laut dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) jedoch gering. Im August verzeichnete das Bundesamt sogar weniger Antragsteller als noch im Juli, dem Monat, in dem erstmalig Anträge für die Elektroauto-Prämie eingereicht werden konnten.

 

Bisher nicht einmal 2.000 neue Elektrofahrzeuge über Prämie finanziert

 

Seit der Einführung der Elektroauto-Prämie wurden lediglich 3.027 Anträge für den Zuschuss eingereicht. 1.973 Antragssteller erhielten die volle Prämie von 4.000 Euro für den Kauf eines Elektroautos. Die restlichen 1.054 Anträge wurden für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge gestellt. Für diese teilelektrischen Wagen bekommen Käufer die etwas geringere Prämienzahlung von 3.000 Euro.

Elektroauto-Prämie: Für den Renault ZOE wurden bislang die meisten Prämienanträge eingereicht.
Elektroauto-Prämie: Für den Renault ZOE wurden bislang die meisten Prämienanträge eingereicht.

Der Vorreiter in Sachen Elektroauto-Prämie ist das Bundesland Bayern. Dort wurden insgesamt 805 Anträge gestellt. Das Schlusslicht bildet Bremen mit 19 Anträgen. Insgesamt 1,2 Milliarden Euro stehen für die Elektroauto-Prämie zur Verfügung. Die Summe reicht für ungefähr 300.000 bis 400.000 Autos. Dem aktuellen Interesse an der Elektroauto-Prämie nach dürfte der Fördertopf jedoch noch einige Jahre reichen.

 

Renault ZOE unter Antragsstellern am beliebtesten

 

Von der Elektroauto-Prämie profitieren bislang hauptsächlich die Fahrzeughersteller BMW und Renault: Für den Elektrokompaktwagen Renault ZOE gingen insgesamt 671 Anträge ein. Der Kleinwagen BMW i3 wurde 559 Mal über die Prämie finanziert. Bei den Plug-in-Hybriden liegen der BMW-Van 225xe mit 299 gestellten Anträgen sowie der Elektro-SUV Mitsubishi Outlander mit 210 Anträgen vorne.

 

Hauptprobleme sind das Angebot, die Preise und die Fahrzeugtechnik

 

Stefan Bratzel, Professor des Center of Automotive Management, kommentiert die Zahlen: „Obwohl ich der Elektroauto-Prämie skeptisch gegenüberstehe, hätte ich mir doch etwas mehr Begeisterung dafür vorstellen können.“ Allerdings sei das geringe Interesse durchaus absehbar gewesen. Denn die Regierung habe das Kernproblem der Elektromobilität noch nicht erkannt: Das eigentliche Punkt sei nicht die geringe Nachfrage, sondern die noch dürftige Auswahl an wettbewerbsfähigen Fahrzeugen auf dem Markt. Branchenexperten nach, stellen außerdem die im Vergleich zu Benzinern und Dieseln hohen Kaufpreise von Elektrowagen ein Problem dar. Hinzu komme die momentan noch geringe Reichweite der Autos.