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BMW 7er und Co: Ist Gestensteuerung im Auto die Zukunft?

Gestensteuerung im Auto: Der BMW 7er macht es vor.
Gestensteuerung im Auto: Der BMW 7er macht es vor.

September 2015, © autohaus24

Glaubt man den Ingenieuren aktueller Neuwagen, liegt die Zukunft der Cockpitkontrolle in der Gestensteuerung. Das Auto und vor allem der Bordcomputer lassen sich mit Wisch- und Winkbewegungen bedienen. Die neue Oberklassen-Limousine der BMW-7er-Reihe macht es vor: Klingelt das Autotelefon, so genügt etwa ein Wischen über den Bereich des Mitteltunnels, um das Gespräch abzulehnen. Doch die Gestensteuerung im Auto ist nicht der Oberklasse vorbehalten. Auch in Kompaktwagen-Studien kommt sie immer häufiger zum Einsatz.

 

Ob Golf oder BMW 7er: Gestensteuerung geht in Serie

 

In der neu vorgestellten BMW-7er-Limousine dient die Gestensteuerung beispielsweise für das Autotelefon, das Infotainmentsystem und bestimmte Assistenzsysteme. Mit einer Winkbewegung vor dem Display können etwa Radiosender gewechselt und die Lautstärke verändert werden, bei der Rückwärtsfahrt kann die Rückfahrtkamera mit Gesten gesteuert werden: Werden Daumen und Zeigefinger gedreht, verändert sich die Perspektive der Kameraansicht – dieses Assistenzsystem des BMW 7er verabschiedet den toten Winkel und lässt sich dank der Gestensteuerung im Auto beliebig und schnell auf die Bedürfnisse des Autofahrers anpassen. Was beim BMW 7er schon Serie ist, will Volkswagen im Golf 8.0 umsetzen. Im Januar 2015 stellten die Wolfsburger ihre Studie „Golf R Touch“ vor: Knöpfe finden sich im Cockpit kaum mehr, stattdessen dienen Touchscreens zur Steuerung vieler Funktionen. Nicht einmal die Berührung der Screens ist notwendig, viele Funktionen können über Gestensteuerung aktiviert werden.

 

Gestensteuerung im Auto: Neue Funktionen beherrschbar machen

 

Die Gestensteuerung im Auto wird derzeit in vielen Fahrzeugmodellen ausprobiert. Neben der BMW-7er-Reihe setzen auch die Limousinen und Sportwagen von Bentley oder Jaguar auf die neue Technologie. Die Erkennung der Gesten erfolgt beim BMW 7er über eine im Dachhimmel angebrachte Kamera. Das System kann vier vordefinierte Gesten erkennen. Die Zuordnung bestimmter Gesten zu bestimmten Funktionen kann der Autofahrer im BMW 7er selbst vornehmen. Die relativ eingeschränkte Anzahl an definierten und erkennbaren Gesten zeigt, dass die Gestensteuerung im Auto sich noch in der Entwicklung befindet. Auch die BMW-Entwickler sehen sie derzeit als Ergänzung zu den bestehenden Bedienungssystemen: Neben Touchpads, Schaltern, iDrive-Drehrad und Spracheingabe steht nun auch die Gestensteuerung. Im Auto-Cockpitdesign hat diese scheinbare Spielerei eine wichtige Funktion: Die wachsende Zahl an Funktionen – Assistenzsysteme, Entertainment, Navigation, Concierge – wird durch Gestensteuerung im Auto ohne zusätzliche Knöpfe und Tasten beherrschbar.

 

Andere Länder, andere Sitten – ein Problem für Gestensteuerung im Auto

 

Eine weitere Herausforderung für die Umsetzung der Gestensteuerung im Auto stellt die Vielfalt an Gestensprachen in unterschiedlichen Ländern dar: Die Elektronik der Gestensteuerung wird auf das Erkennen bestimmter Gesten und bestimmter Bewegungen programmiert, zugleich aber soll die Gestensteuerung im Auto intuitiv funktionieren – idealerweise sind dem Fahrer die Gesten aus dem Alltag vertraut. Allerdings haben verschiedene Länder und Kulturen auch jeweils eigene, unterschiedliche Gestensprachen. Um beim Autotelefon als Beispiel zu bleiben: Das in Deutschland übliche Zeichen für das Telefonieren – Daumen und kleiner Finger sind abgespreizt – nimmt beim BMW 7er naheliegender Weise das Telefonat an. Ein Australier wäre darüber recht überrascht, denn für ihn bedeutet die Geste so viel wie „Alles in Ordnung“.