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Charta von Turin: Einheitliche Oldtimer-Richtlinie beschlossen

Februar 2013, © autohaus24

Orientierung für Oldtimerbesitzer. Just am 127. Geburtstag des Automobils wurde die „Charta von Turin“ beschlossen. Und ständig auftretende Fragen nach der Originalität eindeutig beantworten.

 

Die Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA)

 

Beschlossen wurde die Charta von Turin von der Fédération Internationale des Véhicules Anciens (FIVA). Der Weltverband der Oldtimerclubs existiert bereits seit 1966 und bildet das Dach für 85 Mitgliederorganisationen in 62 Ländern. In Deutschland sind unter anderem die Oldtimer Sektion des ADAC aber auch der Allgemeine Schnauferl-Club (ASC) sowie der Deutscher Automobil-Veteranen-Club e. V. (DAVC) im Verband organisiert. Entsprechend groß ist die Bedeutung, was sich auch anhand der weltweit mehr als 1,5 Millionen Mitglieder zeigt.

 

Bereits in der Vergangenheit hatte die FIVA durch zahlreiche Studien die Zahlen für die Oldtimerbranche geliefert. So wurde – laut Wikipedia – schon Ende 2006 herausgefunden, dass allein in Europa ein Umsatz von 16 Milliarden Euro mit Oldtimern und Classic Cars generiert wird und EU-weit runde zwei Millionen Fahrzeuge existieren. Auch die Definition des Begriffs „Oldtimer“ stammt von der FIVA.

 

Die Charta von Turin

 

Mit der Charta von Turin wird nun ein neues Kapitel aufgeschlagen. Zunächst einmal wird die kulturhistorische Bedeutung der Oldtimer unterstrichen. Deren Schutz dienen dann auch die Festlegungen. Vor allem soll ein verantwortungsvoller Umgang erreicht werden, weswegen klar definiert wird, wann ein Oldtimer noch als Original durchgeht und wie viel Modernisierung noch in Ordnung geht.

 

Erarbeitet wurde die „Charta von Turin“ von einer internationalen Expertengruppe unter dem Vorsitz des Schweizers Thomas Kohler. Es wurde explizit darauf hingewiesen, dass sich die FIVA eng an der UNESCO und deren Schutz von Kulturgütern orientiert. Ebenfalls wurden bereits existierende Dokumente für alte Schiffe oder Schienenfahrzeuge als Vorbilder herangezogen. Der Name „Charta von Turin“ resultiert aus einer wichtigen Sitzung des italienischen Oldtimer-Verbands im November 2008.

 

Präsentation im Mercedes-Benz-Museum

 

Wenngleich die Generalversammlung der Fédération Internationale des Véhicules Anciens ihre Charta bereits im Oktober 2012 fertiggestellt hatte, wurde die offizielle Präsentation ins Mercedes-Benz Museum verlegt. Hintergrund ist der 127. Jahrestag der Patentanmeldung durch Carl Benz – die Geburtsstunde des Autos.