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Citroën-Limousinen künftig ohne Hydropneumatik-Fahrwerke

Nach sechs Jahrzehnten gibt Citroën die Hydropneumatik auf.
Nach sechs Jahrzehnten gibt Citroën die Hydropneumatik auf.

Juli 2015, © autohaus24

Was der Eifelturm für Paris ist, war die Hydropneumatik für den Citroën: Über Jahrzehnte waren die Fahrwerke der Citroën-Limousinen mit der komfortablen Technik ausgestattet. Künftig will der französische Autohersteller jedoch auf sein technisches Wahrzeichen verzichten, erklärte Citroën-CEO Linda Jackson im Gespräch mit der „Automotive News Europe“. Die letzte Baureihe, die optional mit dieser Technik ausgerüstet vom Band rollt, ist demzufolge das derzeitige Mittelklassemodell C5.

 

Hydropneumatik setzte in den 50er Jahren neue Maßstäbe beim Fahrkomfort

 

Wurde mit der Ente noch experimentiert, trat die hydropneumatische Federung ihren Siegeszug mit der Göttin an, wie der Citroën DS auch genannt wird. In Millionenauflage bauten die Franzosen zwischen 1955 und 1975 die göttliche „Déesse“ mit den komfortablen Hydropneumatik-Fahrwerken. Im Unterschied zu den bis dato üblichen Stahlfederungen setzte Citroën mit seiner Technik neue Maßstäbe in puncto Fahrkomfort, ohne Abstriche bei der Straßenlage zu machen. Wie der Name schon sagt, verbindet die Hydropneumatik ein für die Dämpfung zuständiges Hydrauliksystem mit einer pneumatischen Federung. Dank der raffinierten Ventilwege konnte der Zylinder das Fahrzeug bei jedem Fahrbahnzustand auf optimaler Höhe halten, sodass Unebenheiten und grobe Straßen nicht mehr zu den Fahrzeuginsassen durchdrangen. Einzig beim Handling waren Einbußen zu verzeichnen.


Stilprägende Hydropneumatik fällt aktuellem Sparkurs zum Opfer

 

Abgesehen vom technischen Aspekt hat die hydropneumatische Federung den Citroën-Limousinen auch einen menschlichen Zug verpasst. Sobald sich die Fahrzeuge nach dem Einparken vermittels der Hydropneumatik absetzten, ließen sie einen nahezu behaglichen Seufzer verlauten – ein charakteristischer Ton, der nun bald der Vergangenheit angehören soll. Künftig will der französische Autohersteller aus Kostengründen auf sein aufwendiges Technik-Wahrzeichen verzichten und folgt damit dem aktuellen Sparkurs, den der Chef des übergeordneten PSA-Konzerns Carlos Tavares merklich verschärft hat. Bei den Fans der Marke sorgte die Ankündigung bereits für einigen Aufruhr. Schließlich gibt Citroën damit ein Alleinstellungsmerkmal auf, das seit rund sechs Jahrzehnten zum Konzept der Marke gehörte und für einzigartigen Fahrkomfort sorgte. Die stilprägende Hydropneumatik soll in Zukunft durch andere Technologien ersetzt werden. Allerdings hat Jackson noch keine konkreten Details verlauten lassen. Denkbar wäre, dass die entsprechenden Federungssysteme durch die Luftfederung, die insbesondere von deutschen Premium-Autobauern favorisiert wird, oder einfache adaptive Stoßdämpfer ergänzt werden.