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Die Konsequenzen aus der VW-Affäre – Revolution der Dieselmotoren?

Oktober 2015, © autohaus24

Infolge des Skandals um die manipulierten Abgaswerte einiger Fahrzeuge mit Dieselmotoren aus dem Hause Volkswagen werden nun mögliche Konsequenzen im Umweltministerium diskutiert. Wie auf einem Positionspapier der SPD-Politikerin Barbara Hendricks laut der Süddeutschen Zeitung zu lesen ist, sollen strengere Abgasvorschriften und damit niedrigere Emissionsgrenzwerte eine Folge der Abgasaffäre sein. Künftig sollen große Automobilhersteller sich nicht mehr derart leicht den notwendigen Maßnahmen zum Umweltschutz entziehen können. Stärkere Kontrollen sollen, so heißt es im Positionspapier aus dem Bundesumweltministerium, dazu führen, dass Dieselmotoren wirklich sauberer werden.

 

Schädliche Stickoxide aus Dieselmotoren

 

Nicht erst seit der Affäre um den Volkswagenkonzern stehen Dieselmotoren in der Kritik. Zwar sind Dieselfahrzeuge vermeintlich klimafreundlicher als Benziner, da diese geringere Kohlenstoffdioxid Emissionen aufweisen. Allerdings ist der Ausstoß von Stickoxiden sehr viel höher. Dieser Wert wurde beispielsweise in den Dieselmotoren der getesteten VW-Fahrzeuge manipuliert. Um den Dieselantrieb wirklich besser und sauberer zu machen, erfordere es die Anstrengung der Industrie, so Hendricks. Eine Verschärfung der EU-weiten Grenzwerte zu Abgas-Emissionen und geringere Toleranzschwellen seien der Schlüssel zu einer realen Verbesserung der Fahrzeuge. Zudem sind behördliche Kontrollen gefragt, um die Werte unter Realbedingungen zu überprüfen.

Wie sinnvoll sind die Umweltplaketten wirklich? Gerade Dieselmotoren stehen seit der VW-Affäre besonders in der Kritik schädliche Stickoxide auszustoßen.
Wie sinnvoll sind die Umweltplaketten wirklich? Gerade Dieselmotoren stehen seit der VW-Affäre besonders in der Kritik schädliche Stickoxide auszustoßen.

Auch das Umweltbundesamt fordert ein ähnliches Vorgehen, so könnte die Vergabe von Umweltplaketten auch an wirkliche Abgaswerte gekoppelt werden.

 

Auch Fahrverbote für Wagen mit Dieselmotoren denkbar

 

Die besonders schädlichen Stickoxide aus Dieselmotoren gelten als gesundheitlich bedenklich. Möglich wäre also laut Hendricks auch ein durch die Kommunen ausgesprochenes Fahrverbot für Fahrzeuge mit zu hohem Ausstoß von Stickoxiden. Ähnlich dem durch Feinstaub begründeten Fahrverbot in innerstädtischen Umweltzonen bestehe die Möglichkeit, so die Stickoxid-Belastung einzuschränken und Hersteller zur Entwicklung besserer Dieselmotoren zu veranlassen. Strafzahlungen beim Übertritt der Stickoxid-Grenze in Städten riskieren Kommunen schon heutzutage, ein Rückgang wird sich mit der strengen Euro-6-Norm erhofft, könnte aber auch durch Fahrverbote für besonders schädliche Fahrzeuge mit Dieselmotoren erreicht werden.

 

Eine Ablösung der Dieselmotoren durch Elektroantrieb?

 

Bislang hat sich die Bundesregierung deutlich zurückgehalten, wenn es um Subventionen für Elektroautos, etwa durch Kaufzuschüsse, ging. Auch dies sollte sich laut dem Positionspapier ändern können. Neben dem Kaufzuschuss könnten etwa eine Quote oder steuerliche Vorteile Elektroautos zu mehr Popularität verhelfen und einen langfristigen Rückgang der Dieselfahrzeuge bewirken. Die strengeren behördlichen Kontrollen für Dieselmotoren sehen Autoindustrie und Bundeswirtschaftsminister Gabriel, ebenfalls von der SPD, als nicht sonderlich wirksam und sinnvoll an. Sie bauen eher auf die EU-Pläne, Abgastests zu entwickeln, die näher an der Realität sind als jetzige Verfahren.