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Diebstahlschutz: VW und BMW setzen auf biometrische Verfahren zur Fahrererkennung

Für besseren Diebstahlschutz: Fahrererkennung mit biometrischen Verfahren
Für besseren Diebstahlschutz: Fahrererkennung mit biometrischen Verfahren

November 2015, © autohaus24

Den Diebstahlschutz von Pkws zu verbessern, wird bei der Herstellung von Automobilen zunehmend wichtiger. So entwickeln einige Autohersteller bereits heute moderne Sicherungsmethoden mittels biometrischer Verfahren. Das ist in der Tat auch nötig, da Autodiebe immer professioneller vorgehen. Statt grobe Werkzeuge wie Brecheisen zu verwenden, nutzen die Täter spezielle Digitaltechnik und knacken die elektronischen Wegfahrsperren von Fahrzeugen in Sekunden. So verzeichnet das Kraftfahrt-Bundesamt in der aktuellen Statistik jährlich bereits 35.000 Autodiebstähle in Deutschland. Die zunehmenden professionellen Methoden der Täter bereiten der Polizei Sorge und würden laut einem Sprecher des Verbandes der Automobilindustrie zu einem regelrechten technischen Wettlauf zwischen Autodieben und Herstellern führen.

 

Fingerabdruck für das Zündschloss – Innovation in Sachen Diebstahlschutz

 

Moderne Trends im Bereich Diebstahlschutz von Autos fokussieren die Personalisierung von Fahrzeugen. Insbesondere mit biometrischen Verfahren wollen die Autohersteller den Autodieben das Handwerk legen. Künftig sollen die Fahrzeuge ihren Besitzer anhand gewisser Merkmale erkennen und den Motorstart bei fremden Personen blockieren. Klassisches Beispiel ist hier der biometrische Fingerabdruck für das Zündschloss, an dessen Praxistauglichkeit der Autohersteller BMW bereits seit mehreren Jahren forscht. Der Hersteller Volkswagen arbeitet hingegen an einer Fahrererkennung mittels Infrarotkamera im Wageninneren. Das Sicherheitssystem soll einen Fahrer anhand typischer Gesichts- und Körpermerkmale erkennen und eine Warnmeldung senden, falls sich diese nicht mit den Merkmalen vorgespeicherten Personen decken. Praxistauglich sei das System laut Angaben des Herstellers allerdings noch nicht. Biometrische Verfahren würden noch keine ausreichende Treffergüte erzielen und seien noch nicht zufriedenstellend vor Manipulationen geschützt.

 

Die Zukunft des Diebstahlschutzes für Autos

 

Auch BMW arbeitet bereits an einem biometrischen System zur Erkennung von Autodieben. So soll der Hersteller bereits ein Patent für eine biometrische Fahreridentifikation angemeldet haben. Zur Bestimmung, ob eine zugelassene Person im Wagen sitzt, soll das Sicherheitssystem die Netzhaut des Fahrers auslesen. Die Technik sei aufgrund der Auswertung von Kontrastunterschieden und Bewegungsmustern bereits so ausgereift, dass sie Manipulationsversuche mittels Puppen oder Fotos erkennt. Da laut Fachleuten Innenraumkameras in den nächsten Jahren sowieso Einzug in moderne Fahrzeuge erhalten, sei die praxistaugliche Umsetzung dieser Art von biometrischen Schutzsystemen ohne großen technischen Mehraufwand möglich. Zusätzlich arbeitet BMW an einer Smart-Watch für Autobesitzer. Das Fahrzeug soll den Fahrer anhand des Gerätes bereits aus einiger Entfernung erkennen, den Wagen aber erst bei einer vordefinierten Handbewegung öffnen.