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Erste Hürden für die Elektroauto-Prämie nach Einführung

Juni 2016, © autohaus24

Seit dieser Woche können Neuwagenkäufer von der Elektroauto-Prämie Gebrauch machen. Die Prämie beinhaltet einen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro an Käufer von Elektrofahrzeugen sowie 3.000 Euro an Käufer von Plug-in-Hybridfahrzeugen. Ziel der Prämie ist es, die schleppenden Verkäufe von Elektrofahrzeugen anzukurbeln. Die Bundesregierung zielt bis zum Jahr 2020 auf eine Million zugelassener Elektroautos in Deutschland ab. Doch bereits jetzt verhalten sich einige Autobauer anders, als die Regierung es eigentlich vorgesehen hat. Die durch die Prämie entstehenden Kosten von rund 1,2 Milliarden Euro sollen jeweils zur Hälfte von den Fahrzeugherstellern und vom Bund getragen werden. Auf Herstellerseite werden die anfallenden Prämienkosten jedoch durch die Kürzung bislang gewährter Rabatte kompensiert. Somit erhalten Käufer keine zusätzliche Vergünstigung aus Prämie und bereits bestehenden Hersteller-Rabatten.


Weiterhin günstigstes Elektromodell: Der Renault ZOE

 

Ein aktuelles Beispiel dieser Praxis liefert der ZOE von Renault, der zurzeit das erfolgreichste Elektrofahrzeug auf dem Markt ist.

Der Renault Zoe ist das hierzulande meistverkaufte Elektroauto.
Der Renault Zoe ist das hierzulande meistverkaufte Elektroauto.

Bislang bot der Hersteller den Wagen mit einem großzügigen Rabatt an, was ihm durch den günstigen Kaufpreis einen Vorsprung auf dem Markt sicherte. Eigentlich wäre der Wagen mit der Elektroauto-Prämie nun nochmals günstiger. Der Hersteller reduziert aber den bisher von ihm gewährten Rabatt um seinen Prämienkostenanteil, sodass sich für den Käufer kein Unterschied bemerkbar macht. Zwar liefert Renault mit dem ZOE immer noch den höchsten Elektroauto-Rabatt auf dem Markt, dieses Vorgehen entlastet jedoch nicht die Käufer, sondern stattdessen den Hersteller: Ein klar verfehltes Ziel der Elektroauto-Prämie. Renault betont jedoch, man habe die Subvention durch die zunächst höheren Rabatte lediglich vorweggenommen. Der Umgang mit der Kaufprämie sei zudem legal.

 

Hohe Kosten machen der Elektromobilität zu schaffen

 

Ein generelles Problem für die Etablierung von Elektrofahrzeugen sind ihre hohen Kosten. So liegt der Anschaffungspreis eines Elektrofahrzeugs in der Regel deutlich über dem von vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Ein BMW i3 ist beispielsweise erst ab rund 35.000 Euro zu haben ─ der Nissan Leaf kostet mit Elektroauto-Prämie knapp über 18.000 Euro. Der ZOE ist mit seinem Kaufpreis von 16.500 Euro das günstigste und aktuell meistverkaufte Elektroauto in Deutschland. Einige Jahre zuvor galt noch der Smart Electric Drive als meistverkauftes Auto mit rein elektrischem Antrieb. Jedoch gelang daraufhin dem BMW i3 der Durchbruch, bis schließlich der ZOE an der Spitze der Verkaufszahlen stand. Auf den vorderen Plätzen lagen in den letzten Jahren unter anderem der Nissan Leaf, der Tesla Model S, der VW E-Golf sowie die Mercedes B-Klasse.

 

Mit Material von welt.de, goingelectric.de, ingenieur.de, t-online.de