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Fiat Chrysler Automobiles: US-Behörde verhängt Millionenstrafe wegen fehlerhafter Rückrufe

Mit einer Millionen-Strafe für Fiat Chrysler Automobiles setzt US-Behörde Exempel.
Mit einer Millionen-Strafe für Fiat Chrysler Automobiles setzt US-Behörde Exempel.

Juli 2015, © autohaus24

Aufgrund von Qualitätsmängeln und Fehlern bei Rückrufen steht dem italienisch-amerikanischen Autobauer Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ein Milliarden-Debakel in den Vereinigten Staaten bevor. Die US-Behörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA), die in den USA für die Sicherheit von Fahrzeugen zuständig ist, verhängte nicht nur ein Millionen-Bußgeld, sondern verfügte auch, dass der Konzern nun mehr als 500.000 Kunden Rückkaufangebote machen müsse. Anlass hierfür waren neben technischen Problemen vor allem Fehler bei Rückrufaktionen.

 

Bußgeld, Rückkäufe und Transparenz: Strenge Auflagen für Fiat Chrysler Automobiles

 

Die bei amerikanischen Autoherstellern ohnehin gefürchtete NHTSA setzte mit den ungewöhnlich hohen Strafen für Fiat Chrysler Automobiles ein deutliches Exempel. Noch nie hatte die US-Behörde eine derart drastische Strafe im Zusammenhang mit Rückrufen verhängt. Selbst als General Motors in der Kritik stand, für über 100 Todesfälle infolge von Zündschlossproblemen verantwortlich zu sein, fiel die Geldbuße nicht annähernd so hoch aus. Insgesamt wurde Fiat Chrysler Automobiles zu einer Rekordstrafe in Höhe von 105 Millionen Dollar (etwa 96 Millionen Euro) verpflichtet. Wie die NHTSA am Sonntag bekannt gab, würde der Konzern damit nun für 23 fehlerhafte Rückrufe zur Rechenschaft gezogen. In den USA hatten auf Bestreben der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde elf Millionen Autos aufgrund von Sicherheitsmängeln in die Werkstätten zurückgerufen werden müssen. Doch viel härter als das Millionen-Bußgeld dürfte den italienisch-amerikanischen Herstellern die Verpflichtung zum Rückkauf von problematischen Fahrzeugen treffen: Für über 500.000 Fahrzeuge des beliebten Pick-up-Modells Ram muss Fiat Chrysler Automobiles den Kunden Angebote für einen Rückkauf machen, da die defekte Lenkung auch in diversen Reparaturversuchen nicht behoben werden konnte. Darüber hinaus muss FCA innerhalb der kommenden drei Jahre seine Abläufe bei Rückrufen von einer unabhängigen Behörde überprüfen lassen.

 

Auflagen für Fiat Chrysler Automobiles gelten nicht für Deutschland

 

Zwar teilte Fiat Chrysler Automobiles am Montag mit, dass der Konzern die Auflagen der amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde akzeptiere. Zugleich wurde aber auch betont, dass der Markt in Europa nicht von diesen Schwierigkeiten betroffen sei. Hinzu kommt, dass deutsche Kunden selbst dann nicht mit einer Rücknahmeverpflichtung rechnen könnten, wenn die hiesigen Wagen ebenfalls von den Qualitätsmängeln betroffen wären. Denn in einem solchen Fall wäre das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zuständig, als Handlungsgrundlage dient jedoch das Produktsicherheitsgesetz: Das KBA muss demnach lediglich für die Sicherheit im Straßenverkehr und eine schnellstmögliche Gefahrenbeseitigung sorgen. Das bedeutet, dass für fehlerhafte Produkte zwar ein Rückruf angeordnet würde, die hiermit einhergehenden (finanziellen) Bedingungen würde das KBA jedoch nicht festlegen.