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Frontal-Crashtest: Neue ADAC-Testmethode offenbart Sicherheitslücken beim VW Golf

Neuer ADAC-Crashtest bringt Sicherheitsmängel beim VW Golf ans Licht.
Neuer ADAC-Crashtest bringt Sicherheitsmängel beim VW Golf ans Licht.

März 2016, © autohaus24

Ein VW Golf, ein Honda Civic und ein Renault Mégane wurden einem neuartigen ADAC-Crashtest unterzogen, bei dem realitätsnah ein Unfall mit zwei Fahrzeugen nachgestellt wurde. Die Ergebnisse des neuartigen Frontalcrashtests offenbarten beim VW Golf, Europas meistverkauftem Wagen in der Kompaktklasse, enorme „Schwachstellen in der Knautschzone“.

 

Diese Sicherheitslücken würden vom bekannten Euro NCAP Crashtest aufgrund der unterschiedlichen Testbedingungen nicht aufgedeckt, so der ADAC. Bei den beiden anderen untersuchten Fahrzeugen förderte der neue Crashtest des ADAC etwas schmeichelhaftere Ergebnisse zutage: Denn während dem VW Golf lediglich die Note „mangelhaft“ attestiert wurde, konnte der Renault Mégane immerhin mit einem „ausreichend“ vom Testgelände rollen. Der Honda Civic brachte es gar zur Note „gut“ und geht damit aus diesem Test als Sieger hervor.

 

Neue Methode des ADAC: Crashtest mit beweglichen Barrieren

 

Dass Testverfahren immer wieder ihre Schwächen haben, zeigte sich zuletzt besonders deutlich beim Abgas-Skandal von Volkswagen. Messverfahren wie der Verbrauchszyklus NEFZ können die Wirklichkeit nur bedingt abbilden. Gleiches gilt für den Euro NCAP Crashtest. Den Sicherheitsexperten des ADAC zufolge könne diese Testmethode, bei der ein Wagen mit einer Geschwindigkeit von 64 Stundenkilometern gegen ein stehendes Hindernis fährt, nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Im Unterschied zum Standard-Crashtest sieht das Testverfahren der gelben Engel vor, dass der Testwagen mit 50 Stundenkilometern gegen ein genauso schnelles Hindernis geschickt wird. Dieses Hindernis besteht aus einem Aluminiumblock mit Wabenstruktur und simuliert einen Wagen der unteren Mittelklasse mit 1,4 Tonnen Gewicht. Beim Zusammenstoß wird das Auto so seitlich versetzt getroffen, dass eine Überdeckung von 50 Prozent besteht. Der Aufdruck auf dem Aluminiumkörper, der durch den Crash entsteht, könne laut dem ADAC Aufschluss über die Insassensicherheit geben.

 

Ergebnisse könnten Zahl der Verkehrstoten senken

 

Angesichts der unterschiedlichen Testmethoden könnte der ADAC-Crashtest völlig andere Ergebnisse erbringen als der Euro NCAP Crashtest. Denn gerade bei frontalen Crashs mit einem Baum oder bei Streifunfällen komme es zu schwerwiegenden, wenn nicht gar tödlichen Verletzungen. Dabei ließen sich die Sicherheitslücken durch „einfache konstruktive Maßnahmen“ ganz einfach entschärfen. Würden die aufgedeckten Schwachstellen nun bei der Weiterentwicklung der Knautschzonen berücksichtigt, könnte dies Leben retten, so der ADAC. Die Zahl der getöteten Fahrzeuginsassen könnte mit dem neuen Verfahren um bis zu sieben Prozent verringert werden.