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Innenausstattung im Auto: Zukunftsmusik bei Fahrzeugsitzen

Januar 2016, © autohaus24

Der Innenausstattung eines Fahrzeugs messen immer mehr Neuwageninteressierte eine höhere Bedeutung zu. Autohersteller haben das längst erkannt. So steigt die Auswahl an Sonderlacken, individuellen Themenwelten und besonderen Accessoires Jahr für Jahr. Dabei bietet die technische Entwicklung großen Spielraum für die Gestaltung neuer Innenraumelemente. Im Fokus stehen nicht zuletzt auch die Autositze.

© Daimler AG
Wie die Innenausstattung im Auto in Zukunft aussehen könnte, zeigt die Fahrzeugstudie F9015 von Mercedes

So lassen beispielsweise neue Möglichkeiten in der Drucktechnik individualisierte Autositze zu. Zusätzlich haben einige Hersteller und Zulieferer bereits Konzepte für flexible Innenräume vorgestellt. Auch die innovativen Ideen für autonome Autos dürften viele Neuwageninteressierte begeistern.

 

Bedruckbare Sitzbezüge: Individuelle Innenausstattung für das Auto

 

Die Firma Johnson Controls hat den ersten bedruckbaren Sitzbezug für Automobile realisiert. Dafür setzt der Zulieferbetrieb ein Gerät ein, das einem Tintenstrahldrucker ähnelt. Sitzbezüge lassen sich damit völlig individuell bedrucken. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrzeugsitzen verfügen die eingesetzten Bezüge über keine äußeren Nähte mehr. Das sieht nicht nur wesentlich hochwertiger aus, sondern ermöglicht besondere, dreidimensional anmutende Looks. So präsentiert der Betrieb Autositze mit einer geschmolzenen Glas- und Metall-Optik. Aber auch Regenbogenfarben oder ein Rallye-Look sind umsetzbar. Die bedruckten Sitzbezüge sind reif für die Serienfertigung und können in den kommenden Jahren auf den Neuwagenmarkt kommen. Dort dürften sie genau die preisliche Lücke zwischen einfarbigen Stoffsitzen und hochwertigen Ledersitzen füllen. Ob Kunden auf Wunsch individuelle Einzelanfertigungen erhalten, bleibt jedoch abzuwarten. Wahrscheinlicher ist es, dass es einen umfangreichen Katalog mit auswählbaren Mustern geben wird.

 

Innenausstattung Auto: Sitzposition bald völlig variabel?

 

Auch in puncto Variabilität der Sitzpositionen wird sich in den kommenden Jahren einiges tun. Zulieferbetriebe wie Yangfeng oder Faurecia haben Konzepte erstellt, die der Innenausstattung von Autos enorme Flexibilität ermöglicht. Durch neuartige Schienen auf dem Fahrzeugboden soll sich die Position der Autositze noch weiter anpassen lassen als bisher. Der Beifahrersitz lässt sich so beispielsweise bis unter das Armaturenbrett schieben. Flexible Rückbänke sorgen hingegen für eine stufenlose Umwandlung in Einzelsitze. Trotz vieler Vorteile haben die meisten dieser Ideen aktuell noch keine Chance auf eine Serienfertigung. Die dafür nötige Struktur der Bodengruppen ist in den meisten Fahrzeugen schlichtweg noch nicht verbaut. Erst ein von Grund auf neuentwickeltes Wagenkonzept lässt auf den variablen Innenraum hoffen.

 

Liegend und gegen die Fahrtrichtung

 

Insbesondere bei der Innenraumgestaltung von autonomen Autos sprießen die Ideen. Bereits vorgestellte Fahrzeugstudien zeigen entgegen der Fahrtrichtung angebrachte Sitzgruppen oder sogar Liegen für die Insassen. Das bleibt jedoch erstmal Zukunftsmusik. Aus rechtlichen Gründen muss noch mindestens ein Fahrzeuginsasse jederzeit eingreifen können, falls der Fahrtcomputer ausfällt. Dafür ist eine gerade Sitzposition in Fahrtrichtung essentiell. Sobald autonome Autos jedoch komplett ohne menschliche Hilfe auskommen, steht dem Design der Innenausstattung nichts mehr im Wege.