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Langsam, aber sicher: Die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland

Die Elektromobilität entwickelt sich in Deutschland nach wie vor nur schleppend. Der Volvo XC90 T8 kommt bspw. mit einem Plug-in-Hybrid als Antriebskonzept. Seine Reichweite beträgt rein elektrisch nur 40 Kilometer. Preis: ca. 76.000 Euro.
Die Elektromobilität entwickelt sich in Deutschland nach wie vor nur schleppend. Der Volvo XC90 T8 kommt bspw. mit einem Plug-in-Hybrid als Antriebskonzept. Seine Reichweite beträgt rein elektrisch nur 40 Kilometer. Preis: ca. 76.000 Euro.

März 2016, © autohaus24

In Deutschland läuft der Verkauf von rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen nach wie vor schleppend. Zwar hat die Anzahl der Neuzulassungen im letzten Jahr mit 12.300 Elektrofahrzeugen um 45 Prozent zugenommen, jedoch bewegen sich die Zulassungen immer noch auf niedrigem Niveau. Denn der Anteil an Elektrofahrzeugen entspricht lediglich 0,3 Prozent aller Neuzulassungen aus dem letzten Jahr.

 

So glauben viele Automobilexperten mittlerweile nicht mehr, dass sich die Ziele der Bundesregierung im Hinblick auf die Elektromobilität bis 2020 verwirklichen lassen. Geplant ist, dass bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen rollen. Dafür hätte jedoch bereits Ende letzten Jahres das Etappenziel von insgesamt 200.000 Elektrowagen erreicht werden sollen. Bis Ende Dezember 2015 sind es allerdings nur 30.000 Elektrofahrzeuge geworden. Dennoch: Die Eine-Million-Marke lässt sich dank vieler technischer Entwicklungen in den nächsten Jahren immer noch knacken. Vielleicht nicht im Jahr 2020, aber ab 2023 scheint das Ziel der Bundesregierung laut Experten realistisch zu sein.

 

Elektromobilität in Deutschland: Das Hauptproblem sind die Kosten

 

Die größte Hürde für die Elektromobilität in Deutschland stellen nach wie vor die Kosten dar. Denn gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor sind Elektroautos wesentlich teurer. Das liegt hauptsächlich an den verbauten Batterien, deren Herstellung derzeit noch mit einem vergleichsweise hohen Rohstoffaufwand verbunden ist. Zusätzlich kommen die ansteigenden Strompreise sowie die niedrigen Ölpreise der Elektromobilitätswende in Deutschland nicht gerade entgegen. Laut Experten sollen sich die Kosten für die Batterien in den kommenden Jahren jedoch reduzieren: Höhere Produktionskapazitäten und leistungsfähigere Technik sollen für günstigere Preise und für die Konkurrenzfähigkeit von Elektrofahrzeuge auf dem Automarkt sorgen. Laut der Unternehmensberatung P3 wird sich die Kostenbilanz für Elektrofahrzeuge ab 2018 langsam an Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor angleichen.

 

Zu geringe Reichweite und zu wenige Ladestationen

 

Das zweite gravierende Problem der Elektromobilität in Deutschland sind die noch geringen Reichweiten der Fahrzeuge. Bisher kommen nur wenige Fahrzeuge mit einer Batterieladung weiter als 200 Kilometer. Das reicht zwar für den Weg zur Arbeit aus, aber weitere Strecken sind im Moment nur mit Nachtanken möglich. Hier tut sich das dritte Problem auf, denn bisher fehlt es in Deutschland an einem gut ausgebauten Netz aus Stromtankstellen. Dank verschiedener Projekte, gefördert durch Länder, Bund und EU, dürfte sich dies aber ebenfalls in den kommenden Jahren ändern. So soll bereits Ende 2017 ein Netz aus etwa 400 Stromtankstellen an wichtigen Punkten wie Autobahnraststätten entstehen. Bis 2020 ist ebenfalls die Umsetzung kabelloser Induktiv-Ladestationen geplant, zum Beispiel vor Einkaufszentren.