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Reichweite von Elektroautos: Fortschritte bei der Batterietechnik

Die Reichweite von Elektroautos wollen Hersteller und Zulieferer in den kommenden Jahren deutlich steigern.
Die Reichweite von Elektroautos wollen Hersteller und Zulieferer in den kommenden Jahren deutlich steigern.

Dezember 2015, © autohaus24

Ein bisher gravierender Nachteil vieler Elektrofahrzeuge ist die geringe Reichweite. Elektroautos können mit voll aufgeladener Batterie lediglich einige Kilometer weit fahren. Dann muss der Fahrer den Wagen an einer Schnellladesäule neu mit Strom betanken. Zusätzlich sind die Ladezeiten an den meisten Stromtankstellen lang. Durch die langen Ladezeiten und die geringe Reichweite sind Elektroautos noch weit von einer angemessenen Alltagstauglichkeit entfernt. Das soll sich jedoch bis zum Jahr 2020 deutlich ändern. So kündigen Zulieferer und Hersteller zwei wesentliche Verbesserungen an: Bessere Kapazität und bessere Ladeleistung.

 

Erhöhte Reichweite von Elektroautos dank verbesserter Kapazität

 

Automobilzulieferer wie Bosch arbeiten bereits seit Jahren an einer Verbesserung der Batteriekapazität für Elektrowagen. Laut Bosch soll sich die Kapazität von Fahrzeugbatterien bis zum Jahr 2020 etwa verdoppeln. Für Kompaktwagen der Elektroklasse sei dann eine Kapazität von bis zu 50 Kilowattstunden möglich. Das würde für etwa 400 Kilometer Fahrtstrecke und bei Richtgeschwindigkeit für etwa 200 Kilometer auf der Autobahn ausreichen. Eine Batteriekapazität von 50 Kilowattstunden sei das Mindestmaß für eine breite Käufer-Akzeptanz. Weiterhin arbeiten die Unternehmen an der Reduktion des Batteriegewichts. Die Batterie im e-Golf von Volkswagen wiegt beispielsweise stolze 318 Kilogramm. Bis 2020 sollen die Batterien von Elektrofahrzeugen hingegen nur noch 190 Kilogramm wiegen und fast doppelt so viel Strom speichern können wie heute. Zur Realisierung moderner Batterien setzt Bosch auf die Entwicklung von sogenannten Festkörperbatterien. Diese sind wesentlich leichter als herkömmliche Autobatterien und lassen sich mit deutlich geringerem Materialeinsatz produzieren.

 

Verbesserung der Ladezeiten in Aussicht

 

Neben der Erhöhung der Reichweite der Elektroautos soll auch ihre Ladeleistung gesteigert werden. Dafür sorgt die Initiative CharIN (Charging Interface Initiative) mit prominenten Mitgliedern wie dem TÜV SÜD, Audi, BMW, Volkswagen und Porsche. So soll sich die Ladeleistung dank intensiver Bemühungen in den kommenden Jahren auf etwa 150 Kilowatt steigern lassen. Zum Vergleich: Der derzeitige europäische Ladestandard Combined Charging System (CCS) liefert 50 Kilowatt. Branchenkenner gehen davon aus, dass etwa ein Drittel der CCS-Ladesäulen in den kommenden Jahren auf 150 Kilowatt aufgerüstet werden. Ein Elektrofahrzeug ist an einer dieser Säulen innerhalb von einer Viertelstunde nahezu vollständig aufgeladen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Ladesäulen sollen dafür aber auch erhöhte Abgabegebühren anfallen. Zusätzlich ist eine Verbesserung des bisherigen Bezahlsystems geplant. So soll in Zukunft eine an jedem Ladesäulen-Typ funktionierende RFID-Karte die bessere Identifikation des Fahrers ermöglichen. Die geplanten Verbesserungen hinsichtlich Bezahlung, Ladezeiten und Reichweite von Elektroautos sollen in Zukunft für einen alltagstauglichen Einsatz der Wagen sorgen.