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Rundumsicht: ADAC kritisiert das Sichtfeld in Fahrzeugen

Viele moderne Fahrzeuge besitzen eine schlechte Rundumsicht.
Viele moderne Fahrzeuge besitzen eine schlechte Rundumsicht.

Oktober 2015, © autohaus24

Auch bei der Entwicklung von modernen Autos ist es schwer, Funktionalität und Design in ein optimales Verhältnis zu bringen. Das zeigt sich beispielsweise an der Rundumsicht für den Fahrer. Insbesondere moderne Wagen bestechen durch immer ausgefallenere Designs und zusätzliche Bauteile. Das verringert jedoch zumeist das Sichtfeld für den Fahrer aufgrund kleinerer oder teilweise verdeckter Autoscheiben. Laut ADAC erhöht dies das Risiko, wichtige Details im Straßenverkehr zu übersehen. Einen eng vorbeifahrenden Fahrradfahrer aufgrund einer zu breiten B-Säule zu übersehen, kann mitunter schwerwiegende Folgen haben. Bereits seit Jahren kritisieren Organisationen wie die Dekra und der ADAC, dass die Rundumsicht im Auto bei neueren Fahrzeugen zum Teil mangelhaft ist.

 

Rundumsicht: Die häufigen Problemstellen

 

Insbesondere zu kleine Heckscheiben und zu große B- und C-Säulen schränken das Sichtfeld im Auto zur Wagenseite und nach hinten enorm ein. Ebenso kann das Sichtfeld im Auto durch die Frontscheibe bei einigen Wagen zum Problem werden. So verringert sich das Sichtfeld beispielsweise durch eine sehr schräg sitzende Windschutzscheibe oder eine zu lange Kühlerhaube. Auch moderne Bauteile wie Kamera- und Assistenzsysteme nehmen viel von der Frontscheibe weg. So müssen sich Fahrer in einigen Modellen bereits auf dem Fahrersitz verdrehen, um noch die hoch aufragende Ampel sehen zu können. Kein Wunder, die zusätzlichen Bauteile verschlingen beispielsweise im Ford Focus und Kuga ganze 22 mal 35 Zentimeter der Windschutzscheibe.

 

Die Hersteller zeigen sich in puncto Rundumsicht gelassen

 

Laut Fahrzeughersteller sei die eingeschränkte Sichtfläche in den Fahrzeugen unproblematisch. Die Kameras und Assistenzsysteme bringen schließlich einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor für Fahrer und Insassen mit sich. Die Position der Bauteile an der Frontscheibe sei sogar absolut sinnvoll. So würden die Geräte von dem Wischbereich der Scheibenwischer profitieren. Wären die Bauteile im unteren Teil des Wagens verbaut, wäre ein separates Reinigungssystem erforderlich. Dennoch fordert und erwartet der ADAC eine Verkleinerung der Kameras und Assistenzsysteme bei zukünftigen Fahrzeugmodellen, um die Rundumsicht für den Fahrer zu verbessern.

 

Vor allem 5-Türer erzielen bei der Rundumsicht kein gutes Ergebnis

 

Seit 2006 führt der ADAC eine regelmäßige Studie zur Rundumsicht von Pkws durch. Die Ergebnisse zeigen jedenfalls für aktuelle Fahrtzeuge noch kein zufriedenstellendes Bild. Der Hauptanteil der Wagen bewegt sich im befriedigenden oder ausreichenden Bereich. Von den mittlerweile 1.200 ausgewerteten Fahrzeugen erhielt nicht ein einziges eine sehr gute Benotung. Lediglich 29 Fahrzeuge hat der ADAC anhand der Messungen mit der Note „gut“ bewertet. Für ein schlechtes Sichtfeld im Auto erhielten bereits 58 Fahrzeuge die Note „mangelhaft“.