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Studie: Assistenz- und Sicherheitssysteme im Auto selten genutzt

Assistenz- und Sicherheitssysteme im Auto: Info
Assistenz- und Sicherheitssysteme im Auto: Info

September 2015, © autohaus24

Moderne Neuwagen bieten heutzutage eine Vielzahl an Assistenz- und Sicherheitssystemen im Auto. Ob Navigationssystem, elektronische Einparkhilfe, Notbremsassistent oder Gurtwarner – die neue Technologie ist längst nicht mehr nur in Oberklassen-Limousinen zu finden. Die aktuellen Neuwagen-Modelle der Hersteller bieten schon im Klein– der Kompaktwagen eine Vielzahl an elektronischen Assistenten für die sichere Fahrt. Doch viele der Systeme werden von den Neuwagen-Käufern überhaupt nicht genutzt, wie eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts J. D. Power zeigt. In der Studie “Driver Interactive Vehicle Experience” (DrIVE) stellte das Institut fest, dass rund ein Fünftel aller Neuwagen-Besitzer über die Hälfte aller verbauten technologische Systeme niemals nutzt – und ein Fünftel der Käufer im nächsten Neuwagen auch gerne auf rund die Hälfte aller Apps und Assistenzsysteme verzichten will.

 

Assistenz- und Sicherheitssysteme im Auto: 33 Technologien untersucht

 

Insgesamt untersuchte J. D. Power in der Studie 33 unterschiedliche, in Neuwagen integrierte elektronische Systeme, unter anderem eingebaute Apps, Navigationsgeräte, Einparkhilfen, intelligente Tempomaten und WLAN-Hotspots. Während einige Technologien sich großer Beliebtheit unter den Neuwagen-Fahrern erfreuen, sind andere Assistenz- und Sicherheitssysteme im Auto nahezu überflüssig. Zu den am wenigsten genutzten Technologien gehörten sogenannte „Concierge“-Systeme, die nahegelegene Tankstellen suchen oder umliegende Restaurants empfehlen. Fast die Hälfte – 43 Prozent – der Befragten haben die Funktion niemals genutzt, ebenso blieben das eingebaute Navigationssystem von 38 Prozent, die elektronische Einparkhilfe von 35 Prozent der Fahrer ungenutzt. Insgesamt 14 Technologien und Sicherheitssysteme im Auto sind in den Augen eines Fünftels der Befragten so überflüssig, dass sie im nächsten Neuwagen bevorzugt auf diese verzichten würden. In der Gruppe der 21- bis 38-Jährigen werden sogar 23 Technologien von mindestens 20 Prozent der Befragten für unerwünscht erklärt.

 

Unterschiede zwischen Apps und Sicherheitssystemen im Auto

 

Als Grund gaben die befragten Neuwagen-Fahrer unter anderem an, dass mitgeführte und vertraute Smartphones oder Tablets die benötigten Funktionen besser erfüllen könnten – und in der Handhabung vertraut seien. Für die Nutzung der Systeme spielt es auch eine Rolle, ob der Autohändler beim Kauf des Fahrzeugs eine Einführung in die elektronischen Assistenten gab. Zu den am meisten genutzten technologischen Extras moderner Neuwagen gehören hingegen jene Hilfen, die zu den klassischen Sicherheitssystemen im Auto zählen: So werden beispielweise Tote-Winkel-Warner und sogenannte intelligente Geschwindigkeitsassistenten (ISA) von der Mehrheit der Befragten genutzt und auch vom kommenden Neuwagen erwartet. Die Fahrer bewerteten diese Sicherheitssysteme im Auto als sinnvolle Erhöhung der Fahrsicherheit.

 

EU will Sicherheitssysteme im Auto für Neuwagen vorschreiben

 

Die subjektive Einschätzung der Befragten wird bestätigt von einer aktuellen Studie, die im Auftrag der EU durchgeführt wurde: Laut dieser sollten bestimmte Fahrerassistenzsysteme – unter anderem der Notbremsassistent und der intelligente Geschwindigkeitsassistent zur Grundausstattung eines jeden Neuwagens gehören. So ließe sich die Zahl von derzeit jährlich 26.000 Verkehrstoten effektiv senken. Eine entsprechende Überarbeitung der EU-Regelungen zur Fahrzeugsicherheit wird für Ende des Jahres erwartet.