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Telematik-Tarife, eCall & Co: Neue Technik zur Fahrersicherheit

Mai 2016, © autohaus24

Telematik-Systeme ermöglichen die Vernetzung von Fahrzeugen über Mobilfunk und sollen bald flächendeckenden Einzug in Deutschland halten. Insbesondere im Bereich Fahrersicherheit eröffnen diese Systeme ganz neue Türen. Die Technik bietet weitreichende Möglichkeiten, wie etwa das Senden automatisierter Notrufe oder die neuartigen Telematik-Tarife für Kaskoversicherungen. Selbst auf europäischer Ebene steht die Telematik-Technik hoch im Kurs. So wurde unlängst beschlossen, dass der Einbau des automatisierten Notrufsystems eCall ab dem Jahr 2018 bei allen Neuwagen Pflicht ist. Die Europäische Union geht davon aus, dass dies jährlich etwa 2.500 Todesopfer durch Verkehrsunfälle verhindern könne. Da in den hiesigen Rettungsleitstellen bislang jedoch die nötige Infrastruktur für eine flächendeckende Annahme von automatisierten Notrufen fehlt, erwarten Experten eine Verschiebung des Termins.

 

Schnellere Hilfe für Unfallopfer dank automatisierter Notrufe

 

Schwere Verkehrsunfälle enden oft tödlich, wenn die Sanitäter nicht schnell genug zur Unfallstelle gelangen können, um das Unfallopfer zu behandeln.

Automatische Notrufe und eine Auswertung des Fahrverhaltens sollen für mehr Fahrersicherheit sorgen.
Automatische Notrufe und eine Auswertung des Fahrverhaltens sollen für mehr Fahrersicherheit sorgen.

In vielen Fällen kommen aber auch die Notrufe selbst einfach zu spät oder im Falle einer Bewusstlosigkeit des Fahrers gar nicht. Genau diesem Problem soll das automatisierte Notrufsystem eCall entgegenwirken. Oftmals überwacht die Technik sogar den Fahrzeugzustand in Echtzeit. So sendet das System automatisch einen Notruf an die nächste Rettungsleitstelle, sobald die Sensoren eine Kollision und das Auslösen eines Airbags registrieren. Bereits heute bieten viele namhafte Fahrzeughersteller wie Opel, BMW oder Mercedes in das Armaturenbrett eingesetzte Notruftasten an. Bei einer Panne kann der Fahrer durch Betätigen des Notfallknopfes Hilfe anfordern.

 

Telematik-Systeme auch für Kaskoversicherung interessant

 

Mit sogenannten Telematik-Tarifen versuchen auch Versicherer einen Nutzen aus der neuen Technik zu ziehen. Für die spezielle Police wird ein Telematik-System im Fahrzeug installiert, welches kontinuierlich Daten über das Fahrverhalten sammelt. Aus den Messwerten wird am Jahresende ein Gesamtwert ermittelt, der sich auf den zu zahlenden Versicherungsbeitrag auswirkt. Ziel der Telematik-Tarife ist es, nicht nur ein flexibleres Tarifsystem zu schaffen, sondern ebenfalls für ein bewussteres und unsichtigeres Verhalten im Straßenverkehr zu sorgen. In Deutschland sind nach einer Umfrage von Bitkom bereits 35 Prozent der Autofahrer an einem Telematik-Tarif bei der Kfz-Versicherung interessiert. Bei den unter 30-Jährigen sogar mehr als die Hälfte. Die erste deutsche Variante eines Telematik-Tarifs will nun der größte Versicherer, die Allianz, einführen. Zielgruppe sind junge Fahrer ─ die Fahrergruppe mit dem größten Unfallgefährdungspotenzial. Mit lediglich einem kleinen Telematik-Stecker im Zigarettenanzünder und der Unterstützung des fahrereigenen Smartphones will der Versicherer etwa 25.000 junge Fahrer von dem Tarif überzeugen. Eine Ausweitung auf andere Fahrergruppen sowie die Zusammenarbeit mit diversen Fahrzeugherstellern ist für die Zukunft ebenfalls geplant.