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TH Köln entwickelt neuen Hybridantrieb für Allradfahrzeuge

Februar 2016, © autohaus24

Trotz aller technischen Fortschritte von Elektromotoren: Die Entwicklung von Hybridantrieben steckt quasi noch immer in den Kinderschuhen. Bei der Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor wird es somit auch künftig einige Entwicklungen geben. Das zeigt unter anderem ein aktuelles Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Köln. So hat die Forschergruppe einen neuen Hybridantrieb für Allradfahrzeuge entwickelt. Die neue Motorvariante soll nicht nur besonders sparsam im Verbrauch, sondern auch kostengünstig sein. Gefördert wurde das Projekt über dreieinhalb Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit über 400.000 Euro.

 

Sparsam und kostengünstig: Das hat der Hybridantrieb zu bieten

 

Der Hybridantrieb ist auf Allradfahrzeuge ausgelegt. Ausgangspunkt des Projekts war eine Mittelklasse-Straßenmaschine. Der neue Hybridmotor soll gegenüber einem vergleichbaren dieselhydraulischen Antrieb etwa 25 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Zusätzlich benötigt der Motor etwa 85 Prozent weniger Hydrauliköl für den Betrieb.

© TH Köln / Neuer Hybridantrieb: Aus einem Forschungsprojekt der TH Köln ist ein neuer Hybridantriebantrieb hervorgegangen
TH Köln / Neuer Hybridantrieb

Hinzu kommt eine Verringerung der Geräuschemissionen, denn der Motor arbeitet deutlich leiser als ein vergleichbares dieselhydraulisches Modell. Das Besondere ist jedoch, dass der neue Hybridantrieb trotz der sparsamen Arbeitsweise keine Mehrkosten verursacht. Die Technik sei sogar kostengünstiger als herkömmliche Hybridkonzepte. Ein mit der neuen Motortechnik ausgerüsteter Wagen soll sich übrigens auf dem preislichen Niveau eines VW Golf bewegen.

 

Hybridantrieb: Funktionsweise des neuen Modells

 

Statt mithilfe eines Pumpenverteilergetriebes wird die Energie des Verbrennungsmotors per Synchrongenerator umgewandelt und gelangt über ein 400-Volt-Bordnetz in das Antriebssystem. Kernelement des Antriebssystems ist ein doppelt rotierender Elektromotor. Angebracht ist dieser zwischen Achse und Verbrennungsmotor und ersetzt dort das sonst nötige Getriebe. Je nach Fahrtsituation dient der Elektromotor dem Wagen als Stromgenerator oder Antriebsquelle. Der Verbrennungsmotor erhält so Unterstützung beim Anfahren und Beschleunigen und kann durchweg bei effizientester Drehzahl laufen. Darüber hinaus besitzt das Antriebsystem zwei Elektromotoren an den Hinterachsen. Diese Extra-Motoren machen das Fahrzeug allradfähig. Neben dem neuen Motor hat das Team der Technischen Hochschule Köln zusätzlich eine neue Steuerung entwickelt. Diese ermöglicht eine exakte Justierung von Drehzahl und Drehmoment, sodass der Fahrer ein Durchdrehen der Räder vermeiden kann. Die Forschergruppe des Instituts sucht bereits nach Industriepartnern für die Umsetzung des neuen Konzepts. Ausgerichtet ist der neue Hybridantrieb vornehmlich auf Nutzfahrzeuge. Ob sich der Motor auch bei Pkws durchsetzt, bleibt abzuwarten.