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VW-Abgasaffäre wird für den Konzern teurer als erwartet

Die VW-Abgasaffäre kommt den Konzern teuer zu stehen.
Die VW-Abgasaffäre kommt den Konzern teuer zu stehen.

Juli 2016, © autohaus24

Die VW-Abgasaffäre die Wolfsburger wird statt der bisher angenommen zehn nun insgesamt 15 Milliarden US-Dollar kosten. Dies geht aus der jüngst eingereichten außergerichtlichen Einigung zwischen Volkswagen und US-Klägern hervor.

 

Umgerechnet entspricht das einer Summe von etwa 13,5 Milliarden Euro. Die besonders hohe Entschädigungszahlung begründen die US-Umweltschutzbehörden unter anderem damit, dass der Fahrzeughersteller Behörden vorsätzlich getäuscht und die Aufklärung zu Beginn des Skandals mehr behindert habe als zu dieser beizutragen. Der Konzern hatte die Software von rund 475.000 US-amerikanischen Modellen bezüglich der Abgas-Emissionswerte zu seinen Gunsten manipuliert. Da ein Großteil der US-Fahrzeuge sich nicht mehr den dortigen Umweltstandards entsprechend umrüsten lässt, sollen nun Tausende Fahrzeuge des Herstellers verschrottet werden. Der Export in ein anderes Land sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

 

Der Großteil der Zahlungen geht an die Betroffenen

 

Über zehn Milliarden US-Dollar an Entschädigungszahlungen sollen an die Fahrzeugbesitzer gehen. Die Besitzer eines von der VW-Abgasaffäre betroffenen Wagens erhalten von VW entweder eine Summe für den Rückkauf des Wagens oder der Hersteller rüstet das Fahrzeug auf die vorherrschenden Umweltstandards um. Außerdem erhalten die Betroffen als Entschädigung einen Aufschlag in Höhe von 20 Prozent des Fahrzeugwertes sowie zusätzlich bis zu 3.000 US-Dollar. Klägern werden darüber hinaus die vollen Anwaltskosten zurückerstattet. Da die Umweltstandards in einigen Bundesstaaten jedoch niedriger angesetzt sind, kann es durchaus passieren, dass nicht alle Betroffen die Entschädigung einfordern und ihr Fahrzeug zurückgeben oder umrüsten.

 

Weitere Zahlungen an den US-amerikanischen Umweltschutz

 

Insgesamt 2,7 Milliarden Dollar muss der Wolfsburger Konzern an die Umweltschutzbehörden EPA und CARB zahlen. Die Summe soll unter anderem in den Bau von Anlagen zur Erzeugung von umweltfreundlichem Strom sowie den Ausbau des Elektroauto-Ladesäulennetzes fließen. Volkswagen soll sich außerdem verpflichten, weitere zwei Milliarden in die Entwicklung umweltfreundlicher Technik in den USA zu investieren. Ende Juli entscheidet das Gericht in San Francisco über die Rechtskräftigkeit der eingereichten Einigung.


Zusätzliche Zahlungen können folgen

 

Für Besitzer der von der VW-Abgasaffäre betroffenen Autos außerhalb der USA plant Volkswagen keine Entschädigungszahlungen, wie VW-Chef Matthias Müller kommentierte. Die Fahrzeuge rüstet der Hersteller im Rahmen von Rückrufaktionen lediglich auf die jeweils vorherrschenden Umweltstandards um. Weitere Milliardenzahlungen könnten auf den Konzern durch die bisher größtenteils unbearbeiteten Klagen der Investoren zukommen. So geht eine rechtliche Vertretung der VW-Investoren davon aus, dass die vom Hersteller für die VW-Abgasaffäre zurückgelegten 16,2 Milliarden Euro bei Weitem nicht ausreichen könnten. Ob sich der Konzern von dem Skandal erholen wird, bleibt laut Branchenexperten abzuwarten.

 

Mit Material von welt.de