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VW-Skandal: Abgas-Manipulation zieht Ermittlungen und Imageverlust nach sich

Auch in Deutschland zieht der VW-Skandal Konsequenzen nach sich.
Auch in Deutschland zieht der VW-Skandal Konsequenzen nach sich.

September 2015, © autohaus24

Mit einem regelrechten Skandal sorgte Volkswagen in den letzten Tagen für Schlagzeilen. Der deutsche Autohersteller hat die Abgaswerte von ausgelieferten Diesel-Fahrzeugen in den Vereinigten Staaten manipuliert. Mittels einer speziellen Software wurden die Schadstoffausstöße von Fahrzeugen der Marken VW und Audi beschönigt. Die Software reduziert die Emissionsanzeige beim Abgastest. Der wahre Schadstoffausstoß vieler Dieselfahrzeuge ist jedoch nachweislich deutlich höher und liegt über den gesetzlich festgelegten Limits. Die amerikanische Umweltbehörde EPA hat Volkswagen aus diesem Grund dazu aufgerufen, fast eine halbe Million Fahrzeuge zurückzurufen. VW hat die Manipulation der Fahrzeuge bereits zugegeben. Aufgrund der bewiesenen Vorwürfe sieht sich der Konzern nun mit einer massiven Rufschädigung konfrontiert. Die Aktie von VW ist im Laufe des Skandals zusätzlich eingebrochen. Die Autoverkäufe gehen auf dem für den Hersteller kniffligen amerikanischen Markt laufend zurück.

 

Die USA und Kanada haben Untersuchungen angekündigt

 

Die Manipulation von Abgaswerten wird sich mehr als rufschädigend auf den Wolfsburger Konzern auswirken. So muss Volkswagen mit ernsthaften rechtlichen Konsequenzen rechnen. Das US-Justizministerium hat bereits Ermittlungen im Fall VW-Skandal angekündigt. Auch die New Yorker Staatsanwaltschaft zog mit einer Ermittlungsaufnahme nach. Laut EPA wird der Fall in den Vereinigten Staaten „sehr ernst“ genommen. Volkswagen hat sich mit Kirkland & Ellis LLP rechtlichen Beistand geholt – die prominente Kanzlei hat bereits den Ölkonzern BP bei der Explosion der Ölplattform Deepwater Horizon vor drei Jahren vertreten. Neben den USA will auch Kanada gegen die Manipulationen vorgehen: Wie die kanadische Regierung bekannt gab, sollen Fahrzeuge der Marken VW und Audi ab dem Baujahr 2009 umfassend untersucht werden. Experten schätzen, dass sich die auf Volkswagen zukommenden Strafgelder auf eine Höhe von bis zu 18 Milliarden Euro belaufen können. Die VW AG hat diesbezüglich eine Gewinnwarnung ausgerufen.

 

VW-Skandal: Ernsthafte Folgen für VW-Vorstand Winterkorn

 

Der Vorstand von Volkswagen, Martin Winterkorn, hat sich in der letzten Woche bereits öffentlich für die Manipulationen entschuldigt. Laut Winterkorn wiederspreche der Vorfall allem, wofür Volkswagen steht. Ob sich der Konzernchef im Amt halten kann, ist zurzeit fraglich. Denn auch in Deutschland wächst der politische Druck auf den Hersteller Volkswagen. Der Verkehrsminister Michael Dobrindt hat zur Klärung des VW-Skandals eine Untersuchungskommission angesetzt. Diese soll unter Beteiligung des Kraftfahrzeugbundesamts (KBA) die Fahrzeuge des Autoherstellers auf europäische Abgasrichtlinien hin prüfen.