Ratgeber

Kinder-Sicherheit im Auto

Februar 2014, © autohaus24

Wer Kinder hat und diese häufig mit einem Auto chauffiert, der macht sich zwangsläufig Gedanken um die Sicherheit seiner Kleinen im Fahrzeug. Zu recht: Denn im Falle eines Unfalls sind Kinder viel gefährdeter als Erwachsene. Hier gibt es einige Tipps auf welche Dinge geachtet werden sollte, damit Autofahrten auch für den Nachwuchs eine sichere Sache sind.

 

Der richtige Kindersitz

Beim Thema eines Kindersitzes sind einige wesentliche Dinge zu beachten.
Beim Thema eines Kindersitzes sind einige wesentliche Dinge zu beachten.

Bei der Auswahl eines geeigneten Kindersitzes steht die Sicherheit an erster Stelle. Der Sitz sollte TÜV-geprüft sein und zum Gewicht des Kindes passen. Es gibt fünf Sitzklassen in gestaffelten Sitztypen, angefangen von der Babyschale bis hin zur Gewichtsgruppe von 36 Kilogramm. Das Gewicht hat grundsätzlich Vorrang vor dem empfohlenen Alter für einen Kindersitz. Das Gurtsystem ist sowohl gewichts- als auch größenabhängig und reicht vom Hosenträgersystem für kleinere bis hin zum Dreipunktsystem für größere Kinder. Beim Kauf eines Kindersitzes sollten herstellerunabhängige Ratgeber konsultiert werden. Der ADAC und die Stiftung Warentest testen jährlich gemeinsam mehrere Kindersitze auf Kriterien wie Sicherheit, Bedienung, Verarbeitung sowie mögliche Schadstoffe. Das Ergebnis der aktuellen Untersuchung aus dem Jahr 2013 finden Sie *hier* (zum Test aus dem Jahr 2012 geht es *hier*).

 

Sitzen auf dem Beifahrersitz – Ab wann?

 

Es gibt keine gesetzliche Altersbeschränkung für den Beifahrersitz bei Kindern. Allerdings muss der Kindersitz für die Nutzung ausgestattet sein und entsprechend fixiert werden können. Ein reines Abstellen beispielsweise einer Babyschale ist nicht zulässig. Ohne Kindersitz und nur mit dem regulären Gurtsystem gesichert dürfen Kinder ab 12 Jahren, beziehungsweise ab einer Körpergröße von mindestens 1,50 m auf dem Beifahrersitz mitfahren.

 

Airbags An oder Aus?

 

Hier gibt es eine einfache Faustregel: Befindet sich das Kind in einem Kindersitz, darf kein Airbag verwendet werden. Die Wucht des ausgelösten Airbags kann zu lebensbedrohlichen Kopf- und Halswirbelsäulenverletzungen führen. Die Nutzung eines Airbags bei gleichzeitiger Verwendung einer Sitzschale auf dem Beifahrersitz steht zudem unter Strafe und obliegt nicht der Entscheidung des Fahrers. Bei einem Kind, das bereits groß genug für das Erwachsenen-Gurtsystem (ab 1,50 m) ist, kann der Airbag verwendet werden.

 

Sicherheit an Fenstern und Türen

 

Spielaktive Kinder laufen Gefahr, sich an Fenstern, Türen oder Schiebedächern zu verletzen. Durch die leichte Bedienbarkeit von elektrischen Fensterhebern ist die Gefahr eingeklemmter Hände und Köpfe besonders groß. Moderne Fensterheber – gesetzlich verpflichtend bei Fahrzeugzulassungen ab 2003 – sind bereits mit einer sogenannten Tipp-Automatik ausgestattet. Sobald der Sensor beim Öffnen oder Schließen auf einen Widerstand stößt, stoppt die Automatik. Auch die Autotüren sind bei den heutigen Fahrzeugtypen regulär mit einer Kindersicherung ausgestattet.

 

Sollte das Auto noch nicht mit diesen Vorrichtungen bestückt sein, muss das Kind beim Fahren beaufsichtigt werden. Alternativ kann die Zentralverriegelung genutzt werden, um das Öffnen von Fenstern und Türen auszuschließen.

 

Sicherung des Gepäcks in der Ladefläche

 

Bei einem Auffahrunfall oder ruckartigem Bremsen können Gepäckstücke aus dem Kofferraum ins Wageninnere rutschen und dabei die Kinder auf dem Rücksitz schwer verletzen. Je nach Autotyp kommen verschiedene Sicherheitsvorrichtungen zum Einsatz. Viele Fahrzeuge verfügen über werkseitig installierte Ösen, an denen Spanngurte befestigt werden können, um das Gepäck zu fixieren. Weiterhin kann ein Netz oder ein Gitter zwischen Kofferraum und der Rückwand befestigt werden. Für Autos mit großem Kofferraum kommen Transportboxen in Frage, in denen das Gepäck sicher gelagert ist.

 

Beschäftigung während der Fahrt

Beschäftigen Sie Ihre Kleinen während der Fahrt, um sich auf den Verkehr konzentrieren zu können.
Beschäftigen Sie Ihre Kleinen während der Fahrt, um sich auf den Verkehr konzentrieren zu können.

Last but not least: Wichtig ist zu vermeiden, dass der Nachwuchs den Fahrer oder die Fahrerin während der Fahrt ablenkt oder sogar erschreckt. Um das zu verhindern bieten sich eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten, wie etwa Spiele an. Falls eine weitere erwachsene Person mitreist, sind Ratespiele oder Gedächtnisspiele empfehlenswert. Ältere Kinder lesen gerne oder hören Hörspiele oder auch Musik. Ebenso sind Videofilme, die auf Tablets oder dem Laptop abgespielt werden können, eine gute Möglichkeit die Kleinen zu unterhalten und für eine entspannte Fahrt für alle zu sorgen. Im Internet lassen sich außerdem kostenfrei viele kindgerechte Computerspiele herunterladen, die auf einer langen Autofahrt für Abwechslung sorgen.