Ratgeber

Die Automatische Distanzregelung ACC: Nutzen und Funktionen

Mit ACC werden Abstand zum vorfahrenden Fahrzeug und dessen Geschwindigkeit gemessen.
Mit ACC werden Abstand zum vorfahrenden Fahrzeug und dessen Geschwindigkeit gemessen.

April 2016, © autohaus24

Hinter der Bezeichnung ACC verbirgt sich ein Abstandsregeltempomat, der den Abstand eines Fahrzeuges zu dem vorausfahrenden Fahrzeug regelt.

 

Der englische Begriff lautet Adaptive Cruise Control (Adaptive Geschwindigkeitsregelung), eine weitere gängige Bezeichnung dafür, was ACC ist, ist die Automatische Distanzregelung, kurz ADR. Außerdem ist der Abstandsregeltempomat ebenfalls ein System für die Automatische Distanzregelung. Der allererste Abstandsregler war 1995 im Mitsubishi Diamante verbaut und trug die Bezeichnung „Preview Distance Control“. In Deutschland führte Mercedes das ACC als erster Hersteller unter der Bezeichnung „Distronic“ ein. Die zukünftige Entwicklung der ACC-Systeme zielt darauf ab, dass die Systeme im Notfall eigenständig eine Vollbremsung durchführen sowie weiterhin Hindernisse vollautomatisch umfahren können.

 

Wie funktioniert die Automatische Distanzregelung (ACC)?

 

Der Abstandsregler misst über Sensoren die Position, Entfernung und die Geschwindigkeit des vorausfahrenden Fahrzeuges. Die Geschwindigkeit des eigenen Fahrzeuges wird daraufhin via Motor- und Bremseingriff entsprechend angepasst. Bei den ACC-Systemen unterscheidet man zwischen Systemen mit Radarsensoren sowie Lidar-Systemen, wobei die Radarsensoren in der Praxis am häufigsten verwendet werden. Lidarsysteme sind zwar preislich günstiger, weisen jedoch eine höhere Fehler- und Störungsquote auf. Lidar ist die Abkürzung für „Light Detection and Ranging“. Mit diesem System werden nicht sichtbare Lichtstrahlen zur Abstandsmessung verwendet. Letztendlich überwachen beide Systeme über Sensoren den Bereich vor dem Fahrzeug. Den gewünschten zeitlichen Abstand kann der Fahrer über das Multifunktionslenkrad einfach einstellen. Zur Unterbrechung der ACC-Regelung bedarf es nur der Betätigung des Gaspedals, zur Deaktivierung nur der Betätigung des Bremspedals.

 

Welchen Nutzen hat das ACC für den Autofahrer?

 

ACC ist ein Fahrassistenzsystem, das sowohl den Fahrer entlasten als auch die Sicherheit erhöhen soll. Es ist jedoch noch nicht erwiesen, ob Fahrassistenzsysteme wie das ACC die Sicherheit für die Insassen tatsächlich erhöhen. Es existieren Studien, dass derartige Maßnahmen gar zu einer Erhöhung der Unfallgefahr führen können, da sich der Fahrer sicherer fühlt, weil die Gefahr eines Unfalles als gering eingeschätzt wird. Diese unbewusste Einschätzung könne zu riskanterem Fahrverhalten führen.

 

Wie wirkt das ACC in der Praxis?

Mithilfe des ACC sollen solche Bilder bald der Vergangenheit angehören.
Mithilfe des ACC sollen solche Bilder bald der Vergangenheit angehören.

Das einfache ACC ist mit einem optischen und akustischen Warnsystem für den Fahrer ausgestattet. Weiter entwickelte Systeme bereiten eine eventuelle Notbremsung vor. Das fortschrittliche Distronic Plus von Mercedes erkennt stehende Hindernisse mit hoher Radarreflexion wie das Ende eines Staus bis zu einer Geschwindigkeit von 70 km/h; das System agiert mit 40% der Maximalbremskraft. Bei den ACC-Systemen von Lexus erkennt das System sogar Hindernisse wie Tiere und Menschen – die eine geringe Radarreflexion aufweisen – und weist eine Maximalbremskraft von 60% auf. Das System von Lexus greift jedoch nicht eigenständig ein, sondern warnt den Fahrer und bereitet die Notbremsung vor. Einige Systeme beinhalten bereits eine „Follow-to-Stop“-Funktion. Ist diese integriert, folgt das Fahrzeug dem Vorausfahrenden bis zum Stillstand und fährt danach nicht wieder automatisch an, so wie es bei der „Stop-and-Go“-Funktion der Fall ist. Mithilfe der „Stop-and-Go“-Funktion fährt das Fahrzeug entweder automatisch wieder an oder wartet auf einen Befehl durch den Fahrer. Die Aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-and-Go-Funktion ist beispielsweise bei BMW jedoch kein Autopilot. Der Fahrer stellt bei Fahrzeugen des Herstellers den zeitlichen Abstand sowie die Geschwindigkeit selbst ein. Durch das unerwartete Abbremsen des Vorausfahrenden kann eine Gefahrensituation entstehen, die das System erkennt und den Fahrer mit akustischen und optischen Signalen zum Handeln aufruft. In einem Geschwindigkeitsbereich von 30 km/h bis 210 km/h hält die Aktive Geschwindigkeitsregelung des bayrischen Herstellers die vom Fahrer gewählte Geschwindigkeit konstant. Bei Bedarf passt diese das Tempo zum vorausfahrenden Fahrzeug automatisch an und hält den Abstand, sodass der Sicherheitsabstand gewährleistet wird. Der einzuhaltende Abstand berechnet das System in Sekunden und nicht in Metern, um bei jeder Geschwindigkeit eine ausreichende Reaktionsreserve zu haben. Die Stop-and-Go-Funktion regelt das Tempo bei BMW Modellen sogar bis zum Stillstand. Das Fahrzeug fährt nach kurzen Standzeiten beispielsweise bei Stau oder im Kolonnenverkehr wieder automatisch oder mit Antippen des Gaspedals an.

 

Wo findet das ACC Anwendung?

 

ACC-Systeme werden meist in Automatik-Fahrzeugen eingesetzt. Wird ACC in Fahrzeugen mit Schaltgetriebe verwendet, fordert eine Anzeige den Fahrer zum Schalten auf. Bei Volkswagen beispielsweise stellt der Fahrer den zeitlichen Abstand sowie die Geschwindigkeit selbst ein. Die ACC-Regelung kann dabei jederzeit mit dem Gas- oder Bremspedal unterbrochen werden. Die Überwachung des Systems kann man in der Multifunktionsanzeige nachvollziehen. In Verbindung mit einem Automatikgetriebe kann das ACC das Fahrzeug vollständig abbremsen. ACC ist beispielsweise beim VW Golf, dem VW Passat und dem VW Touareg verfügbar. Bei der VW-Tochter SEAT ist das ACC beispielsweise für den SEAT Leon ST verfügbar.