Ratgeber

Reimport: Was sich dahinter verbirgt

Der Käufer kann mit dem Reimport sparen – wenn einige Regeln beachtet werden.
Der Käufer kann mit dem Reimport sparen – wenn einige Regeln beachtet werden.

November 2013, © autohaus24

Ein Reimport ist ein Fahrzeug, das vom Hersteller ursprünglich für ein anderes Land bzw. einen anderen Markt produziert worden ist. Durch die Einfuhr eines solchen Fahrzeuges umgeht der jeweilige Importeur das Verkaufsnetz und die Preisvorgaben des Herstellers und erzielt so deutliche Preisnachlässe. Gründe für diese Preisnachlässe können niedrigere Nettopreise des Fahrzeuges oder ein allgemein niedrigeres Preisniveau im Ursprungsland sein. Zum Beispiel kauft also ein Händler oder auch eine Privatperson ein Fahrzeug im Ausland und muss zum günstigeren Nettopreis lediglich die in Deutschland fällige Mehrwertsteuer sowie die Gebühren entrichten, die bei der Einfuhr fällig werden.

 

Import eines Neuwagens als Privatperson

 

Importiert man als Privatperson ein Fahrzeug aus dem Ausland, muss man mit einem gewissen Verwaltungsaufwand rechnen. So muss man sich um Kurzzeitkennzeichen bei der eigenen Versicherung kümmern, um das Fahrzeug zu überführen. Bei der Anmeldung bei der hiesigen Kfz- Zulassungsbehörde benötigt man den Original-Kaufbeleg. Beim Autokauf eines Neuwagens im Ausland muss darauf geachtet werden, dass das COC (Certificate of Conformity) beim Kauf ausgehändigt wird. Dieses Dokument wird ebenfalls bei der Zulassungsstelle gefordert.

 

Um einen reibungslosen Ablauf hinsichtlich der Neuwagen Garantie sowie der Versicherung des Fahrzeuges zu garantieren, muss sichergestellt werden, dass das erworbene Fahrzeug tatsächlich ein Neuwagen ist. Das heißt: Der Neuwagen darf keine Vorbesitzer haben, keine Kilometer auf dem Tacho haben und nicht älter als ein Jahr sein. Wichtig für die Garantie ist ein ausgefülltes Serviceheft mit Fahrgestellnummer sowie dem Datum der Auslieferung. Sind die Papiere vollständig und entsprechen dem EU-Recht, sind alle Vertragswerkstätten des jeweiligen Herstellers verpflichtet, EU-weit Garantieleistungen zu erbringen.

 

Die im Inland fällige Mehrwertsteuer ist innerhalb von zehn Tagen nach Einführung des Fahrzeuges beim Finanzamt unter Vorlage der Originalrechnung zu entrichten.

 

Anforderungen an das Fahrzeug

 

Es ist zwingend darauf zu achten, dass das eingeführte Fahrzeug den hiesigen Sicherheitsstandards entspricht. Besonderes Augenmerk muss dabei auf das Vorhandensein von ESP, Airbags, Kopfstützen und Gurtsystemen zu legen.

 

Kauf eines Reimportes bei einem Händler

 

Viele Händler im Inland haben sich auf den Vertrieb von Reimporten spezialisiert. Kauft der Kunde ein Fahrzeug beim Händler, hat dieser den oben angeführten Verwaltungsaufwand bereits erledigt. Es empfiehlt sich jedoch trotzdem die gründliche Prüfung aller Ausstattungsdetails sowie der vorhandenen Dokumente, damit keine Probleme bei der Zulassung, Versicherung und Gewährleistungen im Rahmen der Garantie entstehen.

 

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