EU-Neuwagen kaufen - ja oder nein?


Bevor Sie eine Entscheidung treffen, sollten Sie sich gewissenhaft mit den Vor- und Nachteilen von EU Fahrzeugen auseinandersetzen. Auf den ersten Blick erscheinen diese oft besonders attraktiv. Doch nicht selten übersehen Kunden mögliche Nachteile, die Sie mit dem Kauf eines EU-Reimport Neuwagen einhergehen. Die scheinbar günstigeren Preise von EU-Neuwagen können Folgekosten nach sich ziehen, deren Höhe die vorherige Ersparnis weit übersteigt. Damit Sie nicht in diese Falle tappen, haben wir an dieser Stelle einen Ratgeber rund um das Thema für Sie zusammengestellt.


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    Ratgeber: EU-Neuwagen

    • Einführung:
      Was sind EU-Neuwagen?
    • Vor- und Nachteile:
      EU-Neuwagen unter der Lupe
    • Vergleich:
      Deutsche Neuwagen vs. EU-Neuwagen (Reimporte)
    • Entscheidung:
      Gründe für deutsche Neuwagen
    • Unterschiede:
      Neuwagen aus der EU
    • Reimport:
      gesetzliche Regelungen
    • Finanzierung:
      Leasing oder Kredit für EU-Neuwagen
    • Garantie:
      Herstellergarantie oder nur Gewährleistung?
    • Firmenwagen:
      1%-Regelung für EU-Neuwagen
    • Ablauf:
      Von der Recherche bis zur Unterschrift
    • Nicht überall gleich:
      Ausstattungsunterschiede
    • EU-Neuwagenkauf:
      Fragen und Antworten
    • Stichwortverzeichnis:
      Wichtige Begriffe zum EU-Neuwagenkauf

    • Bei der Recherche für ein neues Auto stößt man im Internet oder in Zeitungen oft auf EU-Neuwagen-Angebote. Sie werden im Vergleich zu den unverbindlichen Preisvorgaben der Hersteller relativ günstig angeboten.

      Wer sich schon über einen längeren Zeitraum mit dem Autokauf beschäftigt, kennt auch seine favorisierten Modelle ziemlich gut. Man liest Testberichte, schaut Videos und Neuvorstellungen und trägt alle Stärken und Schwächen zusammen. Oft reift die Erkenntnis, dass Modelle eines Herstellers in einem Werk gefertigt werden – und das für den ganzen europäischen Markt. Es stellt sich also die Frage, warum die vermeintlich teuren Neuwagenpreise in Deutschland bezahlt werden sollen, wenn es im benachbarten Ausland auch günstiger geht?

      Doch so einfach die Lösung klingt: Am Ende kommt ein günstig importierter EU-Neuwagen oft teurer als ein gut verhandelter Neuwagen aus Deutschland. Bei Online-Händlern sind oft hohe Rabatte ganz ohne aufwändige und zeitintensive Recherchen möglich. Dieser Ratgeber soll den Weg zum besten Neuwagen-Angebot weisen und verschiedene Lösungsansätze beim Autokauf vorschlagen.


      Einführung: Was sind EU-Neuwagen?

      Die Unterschiede zu Neuwagen aus Deutschland

      //Rabatte durch mögliche Umrüstungskosten schnell egalisiert

      Unter der Bezeichnung „EU-Neuwagen“ werden all jene Autos verkauft, die aus ihrem ursprünglich angedachten Verkaufsland nach Deutschland exportiert werden. Als Reimporte werden Autos bezeichnet, die in Deutschland gebaut wurden. EU-Neuwagen können auch aus Fernost oder den USA in ein vorgesehenes europäisches Land exportiert werden. Von hier übernehmen spezialisierte Händler den Import nach Deutschland.

      EU-Neuwagen locken mit hohen Rabatten und günstigen Preisen. Vergleichbare Modelle kosten beispielsweise in Dänemark aufgrund der hohen Luxussteuer wesentlich mehr als in Deutschland. Importiert man aber das Auto zurück nach Deutschland, fällt eben diese Luxussteuer und der höhere Mehrwertsteuersatz weg. Das Auto hat einen niedrigeren Nettopreis als in Deutschland. Folglich kann es hier günstiger als ein entsprechendes deutsches Auto angeboten werden.Zwar muss auch hier wieder die obligatorische Mehrwertsteuer von 19% hinzugerechnet werden. Trotzdem bleibt der EU-Neuwagen auch beim Bruttopreis unter dem deutschen Pendant. Doch wo ist der Haken und warum kaufen nicht alle ihr Auto im benachbarten Ausland?

      Zum einen sind da ganz pragmatische Punkte. Ein EU-Neuwagen steht meist als Lagerfahrzeug beim Händler im Ausland. Es können also nur in seltenen Fällen Ausstattungswünsche zu 100% realisiert werden. Sonderfarben oder seltene Motoren muss man unter EU-Neuwagen suchen wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen. Zusätzlich verkompliziert sich die Zulassung in Deutschland. Um sein neues Auto hierzulande verkehrsbehördlich anzumelden, braucht es die Zulassungsbescheinigung sowie den Fahrzeugbrief. Beides muss beim EU-Neuwagen je nach Importeur selbst beantragt oder in Gänze neu beschafft werden. Einige technische Änderungen können anstehen, wenn das Auto beispielsweise aus dem hohen Norden importiert wird. Zusatzscheinwerfer, die in Schweden oder Finnland erlaubt sind, können in Deutschland zum Verlust der Betriebserlaubnis führen. Eine Rückrüstung muss also durchgeführt werden. Schwerwiegende technische Umbauten an Motor, Getriebe oder Fahrwerk bleiben bei derzeitigen Neuwagen in den meisten Fällen aus. Viele Hersteller setzen inzwischen weitestgehend die gleiche Technik für alle europäischen Länder ein. Dennoch – muss ein EU-Neuwagen zur Umrüstung in die Werkstatt, kann der zunächst attraktive Preis schnell wieder Geschichte sein. Zumal es auch auf deutsche Neuwagen lohnenswerte Preisminderungen gibt.


      Vor- und Nachteile: EU-Neuwagen unter der Lupe


      Klicken Sie zur vergrößerten Darstellung die Grafik an:EU-Neuwagen: Vor- und Nachteile



      Vergleich: Deutsche Neuwagen vs. EU-Neuwagen (Reimporte)

      Warum ein Neuwagen aus Deutschland die bessere Wahl ist

      //Garantieleistungen und Wartung

      //Ausstattung und länderspezifische Einschränkungen

      Eigentlich sind die Voraussetzungen für den Autokauf bei EU-Neuwagen und Autos aus Deutschland sehr ähnlich. Die Autos laufen oft vom gleichen Band, die Technik ist also identisch und entsprechende Qualitätsstandards des Herstellers greifen auch bei Autos, die für den nichtdeutschen Markt gefertigt werden. Und doch sind es die Feinheiten, die den Kauf eines EU-Neuwagens verkomplizieren können. Ein Beispiel: Moderne Autos werden oft mit einem weit ins Fahrzeug integriertem Infotainmentsystem bedient. Routenführung im Navigationssystem, Sprachsteuerung und Schrifterkennung können den Autofahreralltag erheblich vereinfachen. Nun stelle man sich vor, all diese topmodernen Funktionen sind nur auf Spanisch zu bedienen oder Anweisungen von der Navi-Stimme kämen nur auf Dänisch aus den Lautsprechern – eine herausfordernde und zwingende Möglichkeit, eine neue Sprache zu lernen? Oder einfach ein unnötiger Stressfaktor, der mit einem Neuwagenkauf bei einem deutschen Händler ausgeschlossen wäre. Auch Umlaute („ä, ö , ü) kennen importierte Autos nicht oder erst nach dem entsprechenden Software-Update, sofern das technisch machbar ist. Zudem können sich Garantie und Gewährleistung von EU-Neuwagen gegenüber einem deutschen Auto unterscheiden. Gibt ein Hersteller in Deutschland beispielsweise 5 Jahre Garantie und inkludiert sogar die Wartung, muss das beim Importfahrzeug nicht der Fall sein. Eine gründliche Recherche ist hier also unbedingt erforderlich – hier auch unbedingt darauf achten, dass alle gewünschten Ausstattungen beim EU-Neuwagen dabei sind. Oder sich bewusst machen, dass man z.B. auf eine Klimaanlage verzichten kann.


      Entscheidung: Gründe für deutsche Neuwagen

      Diese Punkte sprechen für den Neuwagenkauf in Deutschland

      • Größerer Markt
      • Mehr Auswahl
      • Wunschkonfiguration möglich
      • bestimmte Ausstattungen bestellbar
      • Volle Herstellergarantie und Berücksichtigung aller Sonderaktionen
      • hohe Rabatte möglich, die Preise der EU-Neuwagen ebenbürtig machen
      • Volle Sprachintegration bis ins Detail (Infotainment, Beschriftungen, etc.)
      • Unkomplizierte Abwicklung bei Finanzierung, Zulassung und Inbetriebnahme des Autos

      Unterschiede: Diese Neuwagen aus der EU gibt es

      Lagerwagen, Reimport, Gebrauchte oder Vorführer

      //Auch Lagerwagen nicht immer sofort verfügbar

      //Achtung bei (viel zu) günstigen Angeboten

      EU-Neuwagen sind oft Lagerwagen. Beispiel VW Golf – der Bestseller und KBA-Zulassungsspitzenreiter läuft in Wolfsburg vom Band und wird bereits hier für die jeweiligen Märkte vorbereitet. Er wird dann mit dem Zug in die Niederlande exportiert. Hier wird er dann bei einem Händler inseriert – mit dem Ziel, das Auto zum günstigen Preis nach Deutschland zu verkaufen. Der Lagerwagen wird somit zum Re-Import.

      Etwas anders verhält es sich mit Autos, die außerhalb der Europäischen Union gefertigt werden, ein Kia Ceed zum Bespiel. Der kompakte Golf-Wettbewerber wird in Südkorea gebaut und anschließend per Seefracht in die EU eingeführt. Seine Bordelektronik und die Ausstattung (Leder ohne Sitzheizung) ist für den italienischen Markt spezifiziert. Mit einem Verkauf in Deutschland wird das Auto zum EU-Neuwagen. Auch Kurzzeitzulassungen, Gebrauchtwagen oder Vorführwagen können importiert werden. Hier verhält sich der Wertverlust deutscher Autos aber analog zu den Autos im EU-Ausland. Ein Import lohnt sich finanziell nur in den seltensten Fällen. Durch den starken Dollar lohnen derzeit auch keine Importe aus den USA. Während EU-Neuwagen technisch weitgehend mit den deutschen Modellen identisch sind, können bei US-Modellen zahlreiche Änderungen auf dem Plan stehen, bevor sie bei uns zugelassen werden dürfen. Andere Scheinwerfer, Blinker, Nummernschildhalter, Abgasnachbehandlung oder Rad-/Reifenkombinationen müssen abhängig vom Fahrzeugtyp nachgerüstet und vom TÜV abgenommen werden.


      Reimport: gesetzliche Regelungen

      19% Mehrwertsteuer und Unbedenklichkeitsbescheinigung

      //Zusätzliche Dokumente erforderlich

      //TÜV-Abnahme nach $21 StVZO

      Der Grund, warum EU-Neuwagen teilweise so günstig angeboten werden, sind hohe Steuern in einigen Nachbarländern. Hersteller setzen den Nettorpreis günstiger als in Deutschland an, um den Preis beispielsweise für Dänemark (180% Luxussteuer) nicht unverhältnismäßig ansteigen zu lassen. Als deutscher Käufer muss diese Steuer nicht abgeführt werden. Das Auto wird entsprechend günstiger. Um es in Deutschland zuzulassen, bedarf es aber noch einiger zusätzlicher Dokumente:

      • TÜV-Abnahme nach $21 StVZO
      • Die sog. Unbedenklichkeitsbescheinigung des Kraftfahrtbundesamtes
      • Originalfahrzeugpapiere aus dem EU-Ausland
      • Bestätigung über eine Zulassung im EU-Ausland bzw. über den Neuwagenzustand

      Doch damit ist es nicht getan. Wer einen EU-Neuwagen nach Deutschland importiert, muss bei seinem Finanzamt eine Einfuhrumsatzsteuererklärung abgeben. Hier addieren sich weitere Kosten zum Kaufpreis. Denn auch auf importierte Autos muss die hiesige Mehrwertsteuer abgeführt werden.


      Finanzierung: Leasing oder Kredit für EU-Neuwagen

      Finanzierungsmodelle gesamtheitlich betrachten

      //Einfuhrsteuern bei Kreditberechnung nicht außen vor lassen

      //Online-Vergleich nicht bindend – Kaufvertrag übersetzen lassen

      Ein wichtiger Tipp vorweg: Beim Autokauf keine großen Summen vorab und ohne Besichtigung des Autos überweisen. Eine Anzahlung von beispielsweise 5% als Sicherheit ist legitim, alles andere unseriös. Alle Verträge – auch der Kaufvertrag für das Auto sollten VOR der Unterschrift gründlich gelesen und ggf. von einem Übersetzungsbüro in die Muttersprache übersetzt werden. Oft kommt bei einem Autokauf im EU-Ausland erschwerend hinzu, dass ein klassischer Autokredit nicht greift. Über die Hausbank des Herstellers werden generell keine Darlehen für EU-Neuwagen vergeben. Der Kredit wird daher tendenziell vom Käufer als Konsumkredit eingebracht oder vom Importeur angeboten – beide Varianten sollten für den Autokauf aufgrund der vergleichsweise hohen Zinsen unbedingt gründlich durchdacht werden. Oder man greift gleich besser zum Neuwagen aus Deutschland – hier stehen weitere Finanzierungs- oder Leasingmodelle zur Wahl. Der Vorteil: Alle Vertragsmodalitäten werden in deutscher Sprache angesetzt.


      Garantie: Herstellergarantie oder nur Gewährleistung?

      Unterschiede zwischen den EU-Ländern

      //Gewährleistung ist nicht gleich Garantie

      //Teils umfangreichere Garantiepakete für deutsche Neuwagen

      EU-Neuwagen sind von den erweiterten Garantieleistungen deutscher Händler ausgenommen. Zwar greift eine europaweite Regelung für Gewährleistungsansprüche, die jeweiligen zusätzlichen Leistungen im Rahmen einer Herstellergarantie müssen aber separat recherchiert werden. Wer einen EU-Neuwagen kauft, hat sich bei Regressansprüchen zuerst immer an den Händler zu wenden, bei dem das Auto gekauft wurde – das kann u.U. ein Autohaus in Finnland sein. Wer einen deutschen Neuwagen kauft, hat den Vorteil, dass der Vertragspartner schnell und ohne Sprachbarriere erreicht werden kann. Mögliche Schäden werden als Garantiefall schnell bearbeitet und im Rahmen eines Mobilitätsservice ist man schneller wieder unterwegs.


      Firmenwagen: 1%-Regelung für EU-Neuwagen

      Was der Fiskus vom EU-Neuwagen haben möchte

      //Basis ist immer der Bruttolistenpreis des Herstellers

      Ein Firmenwagen ist ein geldwerter Vorteil, der versteuert werden muss. Neben dem Führen eines Fahrtenbuches ist die sog. „1%-Regelung“ die gängige Methode für die Versteuerung. Als Grundlage für die monatliche Dienstwagen-Steuerabgabe legt das Finanzamt den Bruttolistenpreis des Autos zugrunde. Dabei ist es völlig unerheblich, zu welchem Preis oder wo das Auto gekauft wurde und welche Finanzierungsform gewählt wurde. Auch für EU-Neuwagen, die im Ausland möglicherweise weit günstiger als in Deutschland sind, wird der Bruttolistenpreis eines vergleichbaren deutschen Autos angenommen. Eine Umgehung der 1%-Regelung über den Kauf eines EU-Neuwagens ist somit nicht möglich.


      Ablauf: Von der Recherche bis zur Unterschrift

      Fallbeispiel: So läuft der Kauf eines EU-Neuwagens ab

      //Angebote suchen und umfangreich vergleichen

      //Kontakt aufnehmen und verhandeln

      //Kaufpreis und Finanzierung festsetzen

      So verlockend Angebote für EU-Neuwagen auch sind, sie sollten immer mit Neuwagen aus Deutschland vergleichen werden. Auch ein Seitenblick auf Jahreswagen, Lagerfahrzeuge oder Tageszulassungen kann nicht verkehrt sein. Vielleicht ist hier schon das Wunschmodell in der passenden Farbe und mit der idealen Ausstattung dabei. Bei teilweise hohen Rabatten für einzelne Modelle stellt sich die Frage nach dem Wie und Wann für einen Import nicht mehr. Doch der Reihe nach. So läuft ein Autokauf ab (auch bei EU-Neuwagen):

      • Auswahl von drei präferierten Modellen
      • Probefahrten und Sitzproben
      • Vergleichen von Angeboten: Im Internet, Händler, Importeure
      • Ggf.: Konfigurieren des Neuwagens (Deutschland)
      • Finanzierung, Leasing oder anderes Bezahlmodell durchkalkulieren
      • Einholen von konkreten Angeboten
      • Entscheidung nach Preis und Anspruch – Zuschlag für ein Angebot
      • Unterschrift, Zulassung und Abholung


      Nicht überall gleich: Ausstattungsunterschiede

      Länderspezifische Ausstattungen

      //fehlende Klimaanlage in Schweden

      //keine Ledersitze mit Sitzheizung in Spanien, Griechenland oder Italien

      //Vorsicht vor Rechtslenker-Angeboten

      Autohersteller sind clever. Sie schneiden Ausstattungspakete exakt auf den jeweiligen Markt zu. Selbst innerhalb der EU können sich dabei erhebliche Unterschiede ergeben. Bei BMW gibt es eine Lederausstattung in Deutschland ausschließlich mit der aufpreispflichtigen Sitzheizung. In Spanien, Portugal, Italien, Griechenland und der Türkei können Ledersitze ohne Sitzheizung bestellt werden. Anders in Skandinavien. Weil es über längere Zeiträume kalt sein kann, werden Klimaanlage bei einigen Autos einfach weggelassen. Bei Opel wird z.B. für einige Märkte die Kurvenlichtfunktion für die Scheinwerfer eingespart – was auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist, da die Scheinwerfer von außen komplett identisch sind. Besondere Sorgfalt beim Sichten der Angebote sollte man bei vermeintlichen Schnäppchen walten lassen. Manch unschlagbar günstiges Angebot hat sich schon mal als Rechtslenker für den britischen Markt herausgestellt.


      EU-Neuwagenkauf: Fragen und Antworten

      Was sind EU-Neuwagen?

      EU-Neuwagen sind Autos, die eigentlich für einen bestimmten Markt innerhalb Europas gebaut wurden, von dort aber nach Deutschland importiert wurden. Erkennbar sind sie an verschiedenen Merkmalen im und am Fahrzeug. So sind Beschriftungen und Aufkleber in der jeweiligen Landessprache gehalten und die Bordelektronik ist nicht in ihrer ganzen Tiefe übersetzt worden.

      Was ist bei EU-Neuwagen zu beachten?

      Die größte Sorgfalt sollte bei der Recherche nach Angeboten herrschen. Zum oft zwar günstigen Kaufpreis müssen in Deutschland noch TÜV-Gutachten, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung und mögliche technische Umbaute bzw. Umrüstungen hinzugerechnet werden.

      Warum sind EU-Neuwagen so günstig?

      Der Grundpreis wird vom Hersteller so gewählt, dass das Auto in Ländern mit hohen Steuern preislich einigermaßen erschwinglich bleibt. Bei einem Export nach Deutschland fällt beispielsweise die Luxussteuer in Dänemark weg. Es müssen lediglich Steuern nach deutschem Finanzrecht abgeführt werden. Die Grundpreise für deutsche Autos sind von Haus aus schon höher angesetzt. Was aber auch viel Platz für Rabatte lässt.

      Wieviel Rabatt ist bei EU-Neuwagen realistisch?

      Hier schwanken die Angaben je nach Modell zwischen 10% und 40% Rabatt im Vergleich zum ähnlich ausgestatteten deutschen Neuwagen. Allerdings wird diese Rabattspanne zum Teil auch auf dem deutschen Neuwagenmarkt erzielt. Ein Blick ins EU-Ausland kann zum Vergleichen sinnvoll sein. Die Preise in Deutschland sind aber wettbewerbsfähig.

      Was ist beim Kauf von EU-Neuwagen zu beachten?

      Hier gilt ein Tipp, den jeder beim Autokauf berücksichtigen sollte: Niemals ein Autos ungesehen kaufen. Beim Neuwagen aus Deutschland reicht sicher eine Probefahrt mit einem ähnlich ausgestatteten Modell. Beim EU-Neuwagen sollte man ganz genau recherchieren, wie das Wunschauto tatsächlich ausgestattet ist. Neben dem sachlichen spielt auch eine finanzieller Aspekt eine wichtige Rolle: Niemals den vollen Kaufpreis im Vorfeld überweisen, wenn man das Auto noch nicht gesehen hat. Seriöse Händler wollen die volle Summe erst bei Vertragsunterzeichnung.


      Stichwortverzeichnis: Wichtige Begriffe zum EU-Neuwagenkauf

      EU-Neuwagen

      EU-Neuwagen werden für eine bestimmte Region oder ein bestimmtes Land in der Europäischen Union hergestellt. Von Re-Importen spricht man, wenn ein in Deutschland für das EU-Ausland produziertes Fahrzeug zurück nach Deutschland verkauft wird.

      Grau-Importe

      Grau-Importe sind nichts anderes als EU-Neuwagen bzw. Reimporte. Der Begriff kam schon in den 70er Jahren auf, um dem Geschäft mit importierten oder reimportierten Autos eine zwielichtige Note zu verleihen.

      Importierte Gebrauchtwagen

      Auch Gebrauchtwagen lassen sich importieren. Auf den Kaufpreis muss dann allerdings noch einmal analog zu Gebrauchtwagenkäufen in Deutschland die Mehrwertsteuer abgeführt werden. Je nach Alter und Herkunft des Autos können diverse technische Umrüstungen das vermeintliche Schnäppchen plötzlich sehr teuer werden lassen. Auch die Kosten für den Transport sind nicht zu vernachlässigen.

      EU-Neuwagen als Geschäftswagen

      Die Nutzung als Geschäftswagen muss auch bei einem EU-Importauto pauschal versteuert werden. Hier greift die 1%-Regelung, als Basis zur Berechnung dient der Bruttolistenpreis eines vergleichbar ausgestatteten deutschen Neuwagens.

      Konfigurator

      EU-Neuwagen sind meist Lagerfahrzeuge, die nicht mehr auf Kundenwunsch bestellt werden. Im Konfigurator der jeweiligen Länderseite lassen sich trotzdem Ausstattung, Antriebe und Farbvarianten der entsprechenden Autos anzeigen. So können Unterschiede zu deutschen Neuwagen herausgefiltert werden.

      Rabatt

      EU-Neuwagen werden in der Regel von Händlern angeboten, die sich auf dieses Geschäftsfeld spezialisiert haben. Ein Rabatt wird bei vielen Importeuren von EU-Neuwagen schon bei der Angebotserstellung ausgewiesen. Viel Verhandlungsspielraum bleibt hier nicht. Was nicht heißen soll, dass kein weiterer Rabatt mehr möglich ist.

      Lagerfahrzeug

      EU-Neuwagen sind meist Lagerfahrzeuge. Sie sind meist relativ sparsam ausgestattet, um möglichst günstig angeboten werden zu können. Es gibt aber auch EU-Neuwagen, die einer Vollausstattung sehr nahe kommen. Der Vorteil von Lagerfahrzeugen ist die schnelle Verfügbarkeit. Während Bestellfahrzeuge je nach Hersteller und Modell bis zu 12 Monate Wartezeit haben, können Lagerfahrzeuge schon eine Woche nach Unterzeichnung des Kaufvertrages zugelassen auf der Straße sein – wenn die Zulassungsbehörde mitspielt.

      Neuzulassung

      Bei einer Neuzulassung wird ein neues Auto zum ersten Mal für die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Es bekommt Kennzeichen, muss versichert werden und kann ab dem Tag der Zulassung genutzt werden. Die zuständigen Behörden dafür sind die KFZ-Zulassungsstellen. Ein EU-Neufahrzeug wird ebenfalls zum ersten Mal auf einen Halter in Deutschland zugelassen, sobald es die passende Betriebserlaubnis erteilt bekommt.

      Erstzulassung

      Das Datum der Erstzulassung bestimmt den Eintritt des Autos in den Straßenverkehr und hat nichts mit dem Alter des Fahrzeugs zu tun. Da EU-Neuwagen normalerweise Lagerfahrzeuge sind, können zwischen Erstzulassung und Bau durchaus mehrere Monate liegen.