Ratgeber

ASR: Mehr Sicherheit fürs Auto

Nur nicht durchdrehen – ASR hilft.
Nur nicht durchdrehen – ASR hilft.

November 2013, © autohaus24

Die Antriebsschlupfregelung (ASR) reguliert die Gaseinwirkung beim Beschleunigungsvorgang eines Autos und verhindert so ein Durchdrehen der Räder. Das System drosselt in diesem Fall automatisch die Gaszufuhr und bremst die Räder soweit ab, dass sie wieder angemessenen Kontakt zur Fahrbahn haben. Auch bei suboptimalen Bodenverhältnissen wie beispielsweise Schnee oder nassem Untergrund wird sowohl das Durchdrehen der Räder als auch ein seitliches Ausbrechen des Fahrzeuges verhindert. Die Antriebsschlupfregelung ist auch unter der Bezeichnung Traktionskontrolle bekannt. Durch ASR wird eine optimale Beschleunigung bei einem geringeren Reifenverschleiß gewährleistet.

 

Funktionsweise der ASR

 

Wenn die Räder eines Fahrzeuges keine oder wenig Haftung auf dem Boden haben, bewirkt das ein Durchdrehen der Räder. Das ASR registriert dieses Durchdrehen über die Raddrehzahlsensoren des ABS. Diese Sensoren überwachen gemeinsam mit dem Steuergerät die Antriebsräder. Registriert das ASR das Durchdrehen eines oder mehrerer Räder, regelt es das Antriebsmoment an den Rädern auf zwei verschiedene Arten: Im unteren Geschwindigkeitsbereich erfolgt ein Eingriff in das Bremsmanagement, im gesamten Geschwindigkeitsbereich wird in das Motormanagement eingegriffen.

 

Das ASR ist eine Erweiterung des ABS. Durch den Bremseneingriff kann jedes Antriebsrad einzeln abgebremst werden. Der Eingriff in das Motormanagement wiederum reduziert das Motordrehmoment und folglich das Durchdrehen der Antriebsräder oder der gesamten Antriebsachse. Einige ASR-Systeme arbeiten auch mit einer kombinierten Anwendung der beiden Eingriffsarten. Da das ASR jedoch die Bremse belasten kann, wird das System im höheren Geschwindigkeitsbereich bei vielen Modellen automatisch abgeschaltet.

 

ASR und ESP

 

Das ASR kommt dem elektrischen Stabilitätsprogramm ESP nahe, kann es jedoch nicht ersetzen. ASR war in der Vergangenheit die Basis für die nachfolgend entwickelten ESP-Systeme. ESP-Systeme tragen ebenfalls zusätzlich zur Fahrstabilität bei, indem sie ein Ausbrechen des Fahrzeuges in Kurven verhindern. Während ESP gemäß der EU-Sicherheitsrichtlinien serienmäßig integriert ist, ist ASR noch optional erhältlich. Viele Modelle verfügen jedoch bereits in der Grundausstattung über ASR, wie zum Beispiel der SEAT Alhambra.

 

ASR bei diversen Herstellern

 

In der Praxis haben sich verschiedene Begrifflichkeiten synonymisch für die ASR etabliert. BMW nennt das System Automatische Stabilitätskontrolle (Automatic Stability Control – ASC), bei Mazda heißt es Traction Control System (TSR), Toyota kürzt die Traction Control lediglich mit TR ab. Die ASC bei BMW greift lediglich in das Motormanagement ein, das elektronische Traktionssystem von Mercedes-Benz greift nur in die Bremsanlage ein. Beide Hersteller bieten außerdem kombinierte Systeme an.