Ratgeber

Berganfahrassistent: Mehr Komfort beim Anfahren

Das hektische Zappeln hat ein Ende: Bremse loslassen, Gaspedal treten und bequem losfahren!
Das hektische Zappeln hat ein Ende: Bremse loslassen, Gaspedal treten und bequem losfahren!

März 2016, © autohaus24

Das hektische Zappeln hat ein Ende: Bremse loslassen, Gaspedal treten und bequem losfahren! Der Berganfahrassistent zählt wie die Start-Stopp-Automatik zu den Fahrassistenzsystemen. Er verhindert das ungewollte Zurückrollen oder Abwürgen des Fahrzeuges an Steigungen.

 

Was ist ein Berganfahrassistent?

 

An Steigungen verhindert der Berganfahrassistent das Zurückrollen des Fahrzeugs durch die Regelung des Anfahrmoments. Der kurzzeitige Bremseingriff erfolgt zusammen mit dem hydraulischen Komfortbremsassistenten und der Getriebesteuerung. Für die Berganfahrhilfe werden ABS und ESP mit dem Motorsteuergerät vernetzt. Im System sind verschiedene Sensoren integriert. Dazu zählen ein Neigungssensor und ein Sensor für die Kupplungsbetätigung sowie Raddrehzahlsensoren; weitere Sensoren werden mit anderen Assistenzsystemen geteilt. Über die Neigungssensoren wird gemessen, ob grundsätzlich eine Steigung vorhanden ist. Der Berganfahrassistent kann nur mit einer elektrohydraulischen Bremsanlage verwendet werden. Je nach Hersteller wird der Berganfahrassistent durch Betätigung der Fußbremse (ab einer gewissen Neigung) oder durch das Betätigen eines Schalters aktiviert. Der Vorteil: Beim Anfahren an einem Berg bietet dieses Fahrassistenzsystem ein komfortables Fahrzeughandling. Ein Zurückrollen des Autos oder gar das Abwürgen des Motors werden so wirkungsvoll verhindert.

 

Wie funktioniert der Berganfahrassistent?

 

Betätigt der Fahrer die Fußbremse im Stillstand, bleibt dieser Bremsdruck auch nach dem Lösen der Bremse für einige Sekunden erhalten. Beim Wechsel des Fußes auf das Gaspedal wird das Fahrzeug weiter gebremst und der Fahrer kann bequem anfahren, ohne dass ein Rückrollen oder Abwürgen droht. Das System speichert den Bremsdruck und sichert das Fahrzeug an der Steigung, ohne dass die Handbremse genutzt werden muss. Der Fahrer hat so länger Zeit, um vom Bremspedal auf das Gaspedal zu wechseln. Nachdem der Fahrer die Bremse loslässt, wird der Wagen noch einige Sekunden abgebremst und fährt dann an. Sobald man also das Gaspedal betätigt, löst sich auch die automatische Bremse und der Fahrer kann bequem losfahren.

 

Anfahren am Berg mit Berganfahrassistent und Schaltgetriebe

 

Jeder kennt die Situation: Man steht aufgrund einer Ampel an einer Steigung. Vor und hinter dem eigenen Fahrzeug stehen Autos und es macht sich die Befürchtung breit, dass eines der Fahrzeuge oder das eigene zurück rollen könnte. In solchen Momenten sollte man Ruhe bewahren und wissen wie der Berganfahrassistent zu aktivieren ist. Bei den meisten Modellen muss man das Bremspedal einmal komplett durchtreten bevor man die Bremse zum Anfahren loslässt, damit die Bremshilfe (Rückrollsicherung) aktiviert wird und das Fahrzeug für knapp 3 Sekunden stehen bleibt und dem Fahrer so genug Zeit gibt zügig die Kupplung zu lösen und loszufahren. Dabei muss man als Fahrer innerhalb einer Sekunde die Kuppelung bis zur Schleifpunktmitte kommen lassen und gleichzeitig die Bremspedal lösen und Gas geben.

 

Was sind die Vor und Nachteile eines Berganfahrassistenten

 

An sehr steilen Anfahrten ist der wesentlichste Vorteil eines Berganfahrassistenten, die Entlastung für den Fahrer. Besonders in Verbindung mit einer Anhängelast, die per Anhängerkupplung an das Fahrzeug angebracht wurde, ermöglicht dieses Assistenzsystem ein störungs- und stressfreies Anfahren an Steigungen. Der Berganfahrassistent ist überwiegend als ein zusätzliches Komfortmerkmal einzustufen, das den Stressfaktor beim Anfahren am Berg minimiert, weshalb es keine gravierenden Nachteile gibt, außer nicht zu wissen, wie man ihn bei seinem Fahrzeug bei Bedarf aktiviert. Bei Bedarf sollte man deshalb das Fahrzeughandbuch zu Rate ziehen.

 

Welche Hersteller bieten den Berganfahrassistenten an?

 

Nahezu alle Hersteller haben den Berganfahrassistenten in das Programm ihrer Assistenzsysteme aufgenommen. SEAT beispielsweise nennt das System HHC (Hill Hold Control), bei Audi heißt es Audi Hold Assist oder Anfahrassistent, bei VW nennt man es Auto Hold und bei BMW ist dieses Assistenzsystem unter der elektromechanischen Feststellbremse bekannt. Je nach Hersteller, Modell und Ausstattungsvariante gibt es den Berganfahrassistenten serienmäßig oder ist optional gegen einen Aufpreis erhältlich. In den Konfiguratoren der Hersteller, Online-Neuwagenvermittler oder direkt im Autohaus finden sich dazu detaillierte Informationen mitsamt Preisangaben.