Ratgeber

Nebelscheinwerfer: Was Sie beachten sollten

Achtung: Nebelscheinwerfer dürfen nur bei schlechten Sichtverhältnissen verwendet werden
Nebelscheinwerfer bei schlechten Sichtverhältnissen

Oktober 2013, © autohaus24

Nebelscheinwerfer dienen der Beleuchtung an einem Kraftfahrzeug bei besonders schlechten Sichtverhältnissen, die beispielsweise durch Nebel, Regen oder Schneefall verursacht werden. Sie sind unterhalb der Scheinwerfer angebracht. Nebelscheinwerfer zählen mit Ausstattungsmerkmalen wie beispielsweise einer Standheizung zu einer nützlichen Herbst- und Winterausrüstung.

 

Anwendung

 

Die Benutzung der Nebelscheinwerfer gemeinsam mit dem Abblendlicht ist wenig sinnvoll, da nur im Nahbereich eine breitere Ausleuchtung erzielt wird. Die gefährliche Eigenblendung des Fahrers, die bei dichtem Nebel entsteht, wird bei dieser Beleuchtungskombination nicht minimiert. Diese Eigenblendung kann beispielsweise bei Nebel entstehen. Die feinen Wassertropfen reflektieren das auftreffende Licht und blenden so den Fahrer. Das Abblendlicht verursacht in diesem Fall zu viel Streulicht in Sichthöhe des Fahrers. Die Nebelscheinwerfer hingegen leuchten den Bereich aus, der unterhalb ihrer Anbauhöhe liegt, und verhindern so eine Eigenblendung.

Verwendet man hingegen die Nebelscheinwerfer allein oder zusammen mit dem Standlicht, wird die Blendung des Fahrers gemindert und die Sicht verbessert. Trotzdem ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten, da die Reichweite der Nebelscheinwerfer geringer als die des normalen Abblendlichtes ist.

 

Rechtliche Vorgaben

 

Die StVO sieht vor, dass Nebelscheinwerfer bei einer wesentlichen Beeinträchtigung der Sichtverhältnisse bedingt durch Witterungsverhältnisse eingesetzt werden. Es ist nicht zulässig, die Nebelscheinwerfer bei normalen Sichtbedingungen einzusetzen. Andere Verkehrsteilnehmer können bei Einsatz der Nebelscheinwerfer bei herkömmlichen Sichtverhältnissen geblendet werden. Nebelscheinwerfer dürfen sowohl weißes als auch hellgelbes Licht ausstrahlen.

Die Nebelschlussleuchte wiederum darf auf Grund ihrer Blendwirkung nur bei Nebel und bei einer Sichtweite von weniger als 50 Metern eingesetzt werden. Diese Sichtweite lässt sich an den Begrenzungspfosten am Straßenrand ablesen, die im Abstand von 50 Metern aufgestellt sind. Zudem liegt die Maximalgeschwindigkeit bei Einsatz der Nebenschlussleuchte bei unter 50 km/h.

 

Nebelscheinwerfer in der Praxis

Bestnote für die Nebelscheinwerfer bei der Mercedes G-Klasse
Bestnote für die Nebelscheinwerfer bei der Mercedes G-Klasse

Ein Praxistest der AUTO BILD zeigte, dass nur wenige Fahrzeuge mit effizienten und sicheren Nebelscheinwerfern ausgerüstet sind. Viele Modelle erzielten durchweg schlechte Ergebnisse, indem sie nur einen geringen Lichtkegel erzeugten oder das Licht schlecht verteilten. Die Nebelscheinwerfer einiger Modelle erzeugten sogar eine gefährliche Eigenblendung.

Die beste Bewertung im Test erzielte das Mercedes G-Modell, dessen Nebelscheinwerfer die Straße breitflächig ausleuchtete, satte 25 Meter Reichweite bot sowie eine geringe Eigenblendung durch Streulicht erzeugte. Die Nebelscheinwerfer des Opel Antara erzielten mit 20 Metern Reichweite, einer guten Lichtverteilung sowie wenig Streulicht ein gutes Ergebnis im Test; der Opel Corsa holt sich sein „Gut“ mit 30 Metern Reichweite. Auch der Volvo C30 blendet nicht, hat 20 Meter Reichweite und eine breite Ausleuchtung. Bei den Nebelscheinwerfern trennt sich Spreu vom Weizen. Viele bieten eine schlechte Ausleuchtung und werden trotzdem verbaut – denn sie sind außerdem ein wichtiges Design-Element.