Ratgeber

Der optimale Firmenwagen und was ihn ausmacht

März 2016, © autohaus24

Ob als Statussymbol oder Arbeitsgerät – Ein Firmenwagen wird täglich von tausenden Arbeitnehmern und Chefs dienstlich und privat durchs Land gefahren. Für Angestellte, Selbstständige sowie Unternehmer und Geschäftsführer kommt ein Firmenwagen in Betracht, denn meist bietet ein Dienstfahrzeug viele Vorteile gegenüber einem Privatauto. Dennoch sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass der finanzielle Vorteil beim Finanzamt versteuert werden muss. Viele Arbeitgeber nutzen den Firmenwagen für ihre Mitarbeiter als Motivation.

Firmenwagen Konfigurator

 

Schließlich zahlt der Arbeitgeber oftmals die laufenden Kosten. Unter den Angestellten ist ein Dienstwagen meist sogar beliebter als eine Gehaltserhöhung, da sie meist so an ein Fahrzeug gelangen, dass sie sich privat nicht angeschafft hätten. Interessant ist, dass weibliche Führungskräfte im mittleren und oberen Management durchschnittlich um knapp 7.500 Euro günstigere Firmenwagen ordern als ihre männlichen Kollegen. Auch die Verteilung zwischen Mann und Frau zeigt ein deutliches Bild: Nur 12 Prozent unserer Firmenwagenkäufer sind weiblich. Die typischen Branchen der männlichen Firmenwagennutzer (88 Prozent) sind das Baugewerbe, die Pharmaindustrie sowie Konsum- und Gebrauchsgüter oder Medizintechnik.

 

Die beliebtesten Firmenwagen

 

Was sind die beliebtesten Firmenwagen unserer Kunden oder gibt es gar den ultimativen und optimalen Dienstwagen? Wer die Auswahl des Dienstfahrzeugs vornimmt, liegt allein im Ermessen der arbeitsvertraglichen Regelung. Meist sind sogar PKW-Kategorie und eine Preisgrenze vorab festgelegt. Besonders beliebt sind Firmenwagen der gehobenen Mittel- und Oberklasse. Limousinen, Kombis und Vans sind neben Kleinwagen besonders gefragt.

 

 

Was sind die Markenfavoriten bei Firmenwagennutzern?

 

Die Hersteller Audi, Volkswagen und Opel führen die Liste der Markenfavoriten deutlich an und das noch vor BMW und Mercedes. Vor allem die Modelle A4, A5 und A6 sowie der Golf in unterschiedlichen Variationen sind sehr gefragt unter Firmenwagennutzern. Weitere beliebte Marken sind Renault, Skoda, Ford und Citroen. Unter den asiatischen Herstellern zählen Nissan, Hyundai und Mazda zu den beliebtesten Marken.

 

Was kostet mich mein Firmenwagen und wie wird dieser versteuert?

 

Sollten Sie als Außendienstmitarbeiter tätig sein und ihr Arbeitsmittelpunkt außerhalb der Betriebsstätte liegen, gilt ein Dienstfahrzeug nicht als geldwerter Vorteil und muss so nicht versteuert werden. Bei einem Nutzungsverbot von privaten Fahrten seitens des Arbeitgebers bedarf es auch keiner Versteuerung für Sie als Arbeitnehmer. Sollten Sie den Dienstwagen auch privat fahren, müssen sie diesen geldwerten Vorteil bei der Steuerklärung geltend machen.

 

Warum sich ein Blick in die Car Policy Ihres Arbeitgebers lohnt!

 

Achtung: Das gilt auch für Dienstwagen, die zwar nur für berufliche Zwecke genutzt werden, für welche aber der Arbeitgeber auch seine Erlaubnis zur privaten Nutzung ausgesprochen hat. Denn sobald ein Arbeitnehmer das ihm zur Verfügung gestellte Fahrzeug auch privat benutzen darf, ist es für Sie und den Fiskus ein Teil Ihrer Vergütung! Das bedeutet für Sie: Auch der mögliche Vorteil muss von Ihnen als Arbeitnehmer versteuert werden. Sollten Sie den Firmenwagen also ausschließlich beruflich nutzen, ist eine Abänderung des Arbeitsvertrages inklusive Sondervereinbarungen rund um den Firmenwagen dahingehend zu empfehlen. So entsteht Ihnen kein finanzieller Nachteil.

 

Warum man auf den geldwerten Vorteil achten sollte!

 

Bei den vielen Vorteilen von Firmenwagen, stellen sich deshalb trotzdem oft Fragen wie: Welche Kosten kommen bei einem Firmenwagen auf mich zu? Wie wird der Firmenwagen versteuert oder versichert? Sollte eine Privatnutzung Ihres Firmenwagens erlaubt sein, gilt das beim Finanzamt immer als geldwerten Vorteil. Diesen muss man dann selbstverständlich versteuern. In der Regel gibt es zwei Möglichkeiten dies zu tun: Per Ein-Prozent-Regelung oder mit Hilfe eines Fahrtenbuchs, um den Gebrauch zu dokumentieren. Einzelne Dienstfahrten müssen zeitnah erfasst werden und mit Belegen nachweisbar sein. Meist notiert man sich dafür vor und nach der Fahrt zusätzlich den Kilometerstand und den durchschnittlichen Verbrauch. Für Arbeitnehmer, die den Firmenwagen vornehmlich für lange und häufige Dienstwagen nutzen, lohnt sich ein penibel geführtes Fahrtenbuch viel eher als die Ein-Prozent-Regelung vom Finanzamt. Hier lautet die Regel pauschal für alle Dienstwagen: Ein Prozent des Listenpreises vom Fahrzeug zuzüglich 0,03 Prozent für den Weg zur Arbeit. Die zusätzlichen Kosten für Fahrten zwischen Wohnsitz und Arbeitsplatz bewertet das Finanzamt nämlich bei der Ein-Prozent-Regel als zusätzlichen geldwerten Vorteil. Diese Variante eignet sich deshalb eher für Arbeitnehmer, die den Firmenwagen zwar auch für Dienstwagen nutzen, aber dessen Privatnutzung signifikant häufig ist.

 

Wie berechnet man die geldwerten Vorteile eines Dienstwagens?

 

Bei einem Listenpreis von 25.000 Euro hat der Arbeitnehmer bei der Ein-Prozent-Regel einen geldwerten Vorteil von 250 Euro im Monat. Aufs Jahr gerechnet sind das 3000 Euro, die zu Ihrem Einkommen zählen und deshalb versteuert werden müssen. Pro Monat und Höhe der Entfernungskilometer, rechnet der Arbeitgeber außerdem monatlich 0,03 Prozent der Anschaffungskosten zum Bruttolohn des Arbeitnehmers hinzu. Dieser Betrag ist selbstverständlich zusätzlich zu versteuern. Bei einer Fahrt von 35 Kilometern und einem Kaufpreis von 25.000 Euro sind das 262,50 Euro, die man beim Finanzamt steuerlich geltend machen müsste. Hinweis: In der Steuererklärung hat der Arbeitnehmer jedoch selbstverständlich die Möglichkeit die Pendlerpauschale als Werbungskosten in der Steuererklärung anzugeben.

 

Wie den Firmenwagen versichern?

 

So komplex sich das Thema Versteuerung eines Dienstwagens gestaltet, so komplex ist auch die Klärung der Versicherungsbedingungen. Denn wer zahlt bzw. haftet im Falle eines Unfalls mit dem Firmenwagen – der Arbeitnehmer oder Arbeitgeber? Versicherungstechnisch empfiehlt sich für Dienstautos immer eine Vollkaskoversicherung, um die Haftung im Schadensfall auf die Selbstbeteiligung zu begrenzen. Laut dem Hamburger Arbeitsgericht muss im Falle eines Unfalls mit Sach- oder Personenschaden der jeweilige Fahrer die Selbstbeteiligung leisten.

 

Dürfen bei Privatnutzung eines Dienstwagens auch Familienangehörige das Fahrzeug fahren?

 

In diesem Fall sollten Sie auch hier in die Car Policy Ihres Arbeitgebers gucken, bevor Sie Familienangehörige mit dem Firmenwagen fahren lassen. Sollte es hier nicht ausdrücklich erlaubt sein, darf kein Ehepartner oder sonstige Familienangehörige mit Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis den Wagen fahren. Im Zweifelsfall und bei Bedarf müssen Sie sich das schriftlich genehmigen lassen.

 

Privatwagen vs. Firmenwagen: ein komplexes Thema

 

Verzichtet der Mitarbeiter auf seinen Firmenwagen, dann spart das Unternehmen natürlich die Ausgaben, um dieses Auto zu kaufen. Somit kann der Angestellte besonders legitim eine weitere Erhöhung seines Gehalts beim Arbeitgeber ins Gespräch bringen. Weiterhin erstattet die Firma häufig jeden Kilometer einer Dienstreise per Privatwagen mit pauschalen 30 Cent. Dieser Betrag fällt dabei nicht unter die Einkommenssteuer und bleibt auch von Sozialversicherungsabzügen verschont. Häufige dienstliche Fahrten lohnen sich dann also gerade mit recht alten Privatfahrzeugen: Deren Kosten liegen meist niedriger als die Pauschale, weil in diesem Fall der enorme Wertverlust eines neueren Wagens nicht vorliegt. Andererseits erlaubt der attraktive Firmenwagen zur Privatnutzung den Verkauf des eigenen Fahrzeugs. Den Erlös legt der Mitarbeiter dann verzinst an. Obendrein erleidet so der Arbeitgeber den Wertverlust seines recht neuen Fahrzeugs, der dem Arbeitnehmer bezüglich seines Privatautos erspart bleibt.